Geschwistertest, das muss ich wissen
Beim klassischen Geschwistertest werden 2 oder drei Geschwister getestet. Anhand des DNA-Profils
kann man dann mittels mathema-tischer Methoden feststellen, ob die zwei oder drei Geschwister einen
gemeinsamen Vater haben.
Wenn die Geschwister dieselbe Mutter haben und diese getestet werden kann
sollte der Fall mit 16 Marker, also dem normalen Geschwistertest zu lösen sein.
Geschwistertest Plus
Kann die Mutter nicht getestet werden empfehlen wir den Geschwistertest Plus. Für die Erstellung des
DNA-Profils werden dann 25 Marker benutzt. Im Vergleich zum einfachen Geschwistertest mit 16
DNA-Markern, werden beim Geschwistertest Plus 9 Marker mehr getestet. Mit diesen zusätzlichen Markern
kann die fehlende genetische Information der Mutter ausgeglichen werden.
Der Geschwistertest Plus kommt insbesondere dann zur Anwendung, wenn bei zwei Geschwistern verschiedene
Mütter vorhanden sind. Wenn die Mütter verschieden sind stellt sich die Frage, ob die Geschwister
Halbgeschwister sind oder nicht verwandt sind. Der Standardtest mit 16 Markern ist in diesem Fall nicht ausreichend.
Indirekte Abstammungstests
Unter Geschwistertests fassen wir alle indirekten Abstammungstests zusammen.
Indirekt bedeutet, dass der der mögliche Vater nicht direkt getestet werden kann.
Es kann aber vielleicht ein Bruder oder eine Schwester des möglichen Vaters getestet werden.
Aber auch die Eltern des möglichen Vaters helfen den genetischen Fingerabdruck des möglichen
Vaters zu rekonstruieren.
Für einen solchen indirekten Test hängt das Testergebnis von verschiedenen Parametern ab:
- wie viele Marker getestet werden
- wie viele und welche Personen aus dem Stammbaum getestet werden
- und auch von der oder den angewendeten Testmethoden (Strategie der DNA-Analyse)
Strategie der DNA-Analyse für Ihren Fall
Die Strategie der DNA-Analyse spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie hängt davon ab, welche
Verwandtschaftsbeziehung getestet werden soll. Selbstverständlich kann der indirekte Verwandtschaftstest
auf die väterliche oder die mütterliche Linie angewendet werden.
Für die Strategie des Tests stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.
Es stehen Verfahren zur Verfügung, die sich speziell auf geschlechtlich bestimmte Vererbungslinien
konzentrieren können. Stammen z.B. zwei Cousins von zwei Brüdern ab, so ist relativ einfach über die
Analyse des Y-Chromosoms festzustellen, ob dem so ist. Zeigen die beiden möglichen Cousins aber
verschiedene Y-DNA-Profile, können ihre Väter unmöglich Brüder sein. Hierbei ist allerdings vorausgesetzt,
das die beiden Brüder (also die Väter) einen gemeinsamen Vater haben.
Handelt es sich aber um zwei Cousinen oder um Cousine und Cousin oder wenn die Eltern männlich und
weiblich oder weiblich und weiblich sind, ist der Test, ob es sich um Cousin und Cousine handelt,
nicht durch einen DNA-Test aufzulösen, wenn nur Cousin und Cousine für die DNA-Analyse zur Verfügung stehen.
Vielleicht gibt Ihnen dies kleine Beispiel eine Überblick zur Komplexität der Verwandtschaftsanalyse.
Deshalb können wir hier leider keinen direkten Leitfaden erstellen, der auf alle Abstammungsfragen
eine Antwort gibt. Wir empfehlen Ihnen daher Dr. Michael Jung von bj-diagnostik GmbH zu konsultieren.
Zusammen mit ihm kann eine Strategie für Ihren individuellen Abstammungstest erarbeitet werden.
Test des Onkels oder der Tante väterlicherseits
Meistens werden wir gefragt, wie die Chancen stehen, wenn zwei Geschwister getestet werden.
In Abhängigkeit, ob die Geschwister die gleiche Mutter haben oder nicht, stehen die Chancen nicht
schlecht. Es scheint aber vollkommen unbekannt zu sein, das die Chancen sehr deutlich steigen,
wenn ein Bruder oder eine Schwester des möglichen Vaters getestet werden kann. Hierbei braucht man
nicht einmal zwei Geschwister, es reicht schon, wenn nur ein Kind wissen möchte, wer sein Vater war.
Einen solchen Verwandtschaftstest könnte man auch als Onkel- oder Tantentest bezeichnen. Für diesen
Fall kann fast immer ein ausreichend gutes Testergebnis gefunden werden, vorausgesetzt die
Wahrscheinlichkeitsquotientenformeln werden korrekt berechnet. Dazu braucht der Sachverständige
neben Erfahrung und Übung auch die richtige Software.
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