Malariabekämpfung: Neue Entwicklungen

Die Malaria wird durch Parasiten ausgelöst, die durch Moskitos übertragen werden. Sie wird klassisch mit Medikamenten bekämpft. Bei Reisen in malariagefährdete Gebiete wird eine medikamentöse Prophylaxe empfohlen (zum Beispiel mit Chloroquin, Mefloquin oder Doxyclyclin) oder die Vermeidung der Exposition gegenüber der übertragenden Anophelesmücke mittels Moskitonetz oder Insektenschutzmittel.

Eine weitere Methode der Malariabekämpfung in von der Krankheit betroffenen Ländern ist die Bekämpfung der Anophelesmücke mit Pestiziden sowie die Austrocknung stehender Gewässer, der möglichen Brutstätten von Moskitos.

Neue Ansätze in der Malariabekämpfung

Neue Ansätze richten sich nicht auf die Behandlung der Krankheit oder der Bekämpfung bereits vorhandener Moskitos, sondern gegen den Parasiten selbst bzw. die Reduzierung der Fortpflanzungsfähigkeit der Mücken.

Bekämpfung des Malariaparasiten im Menschen

Das chinesische Unternehmen Arthepham aus Guangzhou hat ein Medikament entwickelt, das nicht die Krankheit selbst oder die sie übertragende Mücke angreift, sondern den Parasiten selbst. Menschen und Insekten fungieren als Wirte des Parasiten. Das neu entwickelte Medikament verhindert die Larvenentwicklung im menschlichen Wirt und so den Ausbruch der Malariaerkrankung.

Seit 2007 wird das Arzneimittel, das aus zwei Wirkstoffen besteht, auf den Komoren im indischen Ozean erfolgreich getestet. Das Projekt ist jedoch durch die Weltgesundheitsorganisation in die Kritik geraten, da Nebenwirkungen nicht ausreichend überwacht worden seien. Ein Wirkstoff ist bei vielen afrikanischen Menschen umstritten, da ihnen ein Enzym fehlt, das die durch den Wirkstoff verursachte Zerstörung roter Blutkörperchen unterbindet und somit zu schweren Nebenwirkungen führt.

Molekulargenetische Bekämpfung der Malaria

Eine andere, neu untersuchte Methode basiert auf der genetischen Veränderung und Unterbindung der Vermehrung der Anopheles gambiae. Dabei wird die Endonuklease I-Ppol, die nur auf dem X-Chromosom der Mücke vorkommt, genetisch verändert, um das natürliche Verhältnis zwischen den Geschlechtern und so deren Fortpflanzung zu stören. Weibliche Moskitos haben sich in früheren Studien als schnell resistent gegenüber genetischen Veränderungen erwiesen, so dass nun die Möglichkeit der Manipulation beim männlichen Moskito untersucht wurde.

Wie beim Menschen, trägt auch die Anopheles gamiae ein Y-Chromosom sowie ein X-Chromosom, während weibliche Lebewesen zwei X-Chromosomen aufweisen. Männliche Nachkommen erhalten ein Y- oder ein X-Chromosom väterlicherseits sowie ein X-Chromosom von der mütterlichen Seite.

Die von den Forschern beschriebene Veränderung führt zur Zerstörung des X-Chromosoms, das väterlicherseits nicht mehr an die nächste Generation weitervererbt werden kann. Dadurch entstehen Populationen, die zu mehr als 95 % männliche Nachkommen hervorbringen (XY). So kann die Anzahl der Moskitos und somit die Ausbreitung der Malaria verringert werden.

Quellen:

  • The Economist, „Cure all?“, Ausgabe vom 23.01.2014
  • Nature Communications, Article number: 3977, 10.06.2014 „A synthetic sex ratio distortion system for the control of the human malaria mosquito“, Roberto Galizi, Lindsey A. Doyle, Miriam Menichelli, Federica Bernardini, Anne Deredec, Austin Burt, Barry L. Stoddard, Nikolai Windbichler & Andrea Crisanti (nature.com)

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