DNA-Beweise im Strafrecht, zu leichtes Spiel für die Anklage?

DNA-Spuren spielen in Strafprozessen eine zentrale Rolle. Dabei kommt der Interpretation der DNA-Beweise eine entscheidende Rolle zu, vor allem, wenn es kein Motiv, keine Zeugen oder kein Geständnis gibt, das die forensischen Beweise unterstützt. Das DNA-Gutachten steht oft isoliert für sich selbst. Sind DNA-Mischpuren im Spiel ist die primitive Interpretation per Einschlußchance eigentlich nicht mehr als Raterei ( als "guesswork" bezeichnete der bekannteste forensische Mathematiker solche Gutachten unlängst). Damit hat der Mathematiker auch gemeint, dass die blosse Feststellung: "die vollständige Übereinstimmung in sämtlichen Allelen sei gegeben", vollkommen nutzlos ist. Vor deutschen Gerichten wird dieser einfachen Betrachtung aber sehr großer Spielraum eingeräumt. Der angebliche Beweis der DNA-Analyse zählt dann mehr, als er eigentlich zählen dürfte. 

Nehmen wir als Beispiel einmal eine Straftat, die in einem Mehrfamilienhaus begangen wurde. In Mehrfamilienhäusern  findet sich oft ein Mieter, der in der Mietgemeinschaft ein Außenseiter ist oder aus anderen Gründen unbeliebt ist. Kommt es im Haus zu Problemen gerät eine solche Person schnell in Verdacht und kann sich auf der Anklagebank wieder finden. Eine DNA-Mischspur, d.h. eine DNA-Spur, die Profile mehrerer Personen enthält und deren Analyse und Interpretation besondere Herausforderungen an die Forensik stellt, kann dann zu einer Verurteilung führen, selbst wenn weder Motiv, noch Zeugen oder Geständnis vorliegen. Ganz sicher gibt es viele solche Fälle. In den USA werden gerade hunderte, wenn nicht tausende solcher Fälle, in denen es über DNA-Mischspuren zu einer Verurteilung kam, neu aufgerollt.

Zweifel an der Beweiskraft der DNA-Analyse

In den USA und Großbritannien entstehen immer mehr Zweifel,  dass DNA-Beweise richtig interpretiert und gewürdigt werden. Die Interpretation von DNA-Mischspuren über Einschluss- oder Ausschlusschancen ist schwierig und wissenschaftliche Standards fehlen oder sind umstritten. Weder Staatsanwaltschaft noch Richterschaft kennen die wissenschaftlichen Hintergründe und Feinheiten der modernen DNA-Analyse oder der dahinter stehenden Mathematik. So wird der DNA-Beweis in der Praxis des Strafrechts überschätzt und die Verteidigung hat in der Regel keine Chance.

Die Bedeutung der klassischen Ermittlungstätigkeit der Polizei tritt hinter der Aussagekraft einer DNA-Spur und der DNA-Analyse zurück. Dabei leben wir alle in einer Matrix aus DNA-Mischspuren. Täglich fassen wir Türen,  Briefkästen,  Türgriffe, Glasscheiben und Handläufe an. Viele Menschen hinterlassen ihre DNA an gemeinschaftlichen Gebrauchsgegenständen. So ist es kaum verwunderlich, wenn man in einem Haus, indem  man  wohnt  überall  DNA  von  vielen Menschen als Mischpuren  findet. DNA ist auf allen Oberflächen genauso verteilt, wie Sauerstoff in der Luft. Leider gibt es keinerlei Möglchkeit wissenschaftlich zu bestimmen, wann eine DNA-Spur wo deponiert wurde. Das solche DNA-Mischpuren vor Gericht als alles entscheidendes Merkmal oder Beweis benutzt werden dürfen muss überdacht werden. Bei einem Vaterschafstest liegen immer DNA-Profile von Einzelpersonen vor, nur so kann eine Abstammungssituation eindeutig geklärt werden. Sollte doch einmal ein DNA-Mischprofil von einer Person vorliegen, kann der Abstammungsvergleich nicht ausgeführt werden. Es muss dann zuerst geklärt werden, warum es zu einem Mischprofil kam. Es kann dabei verschiedene Gründe geben, z.B. eine Kontamination oder auch, dass die jeweilige Person eine Knochenmarktransplantation erhalten hat.

Das Innocence Project in den USA

Labormethoden zur DNA-Analyse werden ständig verfeinert und damit empfindlicher, so dass selbst aus kleinsten Spuren noch DNA-Profile ermittelt werden können. In Konsequenz sollten die Möglichkeiten dieser Analysemethode immer kritischer gesehen werden. Das Gegenteil aber ist der Fall. Unschuldige können verurteilt werden. In den USA kümmert sich z.B.  das „Innocence Project“ um Fälle von unschuldig Verurteilten. Die DNA-Analyse kann zwar häufig entlasten, kann aber in anderen Fällen auch der Grund für falsche Verurteilungen sein, letzteres aber scheint zu überwiegen. Eines der "dicksten Dinger" ist, das ein und dasselbe Labor in der Regel die DNA-Analyse der Tatortmaterialien und der Proben der Beschuldigten vornimmt. In der pharmazeutischen Erprobung von neuen Wirkstoffen gibt es das Prinzip der doppelten Blindstudie, Untersuchungsaufträge der Staatsanwaltschaft sind weit von einem solchen Verfahren entfernt.

Gefordert wird in diesem Zusammenhang die Objektivität der DNA-Analytiker, die ihre Analyse unabhängig und ohne Kenntnis vom Ermittlungsverfahren durchführen sollten. Wissenschaftliche Forschungen von Greg Hampikian (Boise State University, Idaho) zeigen, dass das Wissen über das Ermittlungsverfahren und über verdächtige Personen, die Interpretation von DNA-Daten beeinflussen kann. Dr. Hampikian leitet übrigens das „Idaho Innocence Project“.

Lesen Sie hier über einen großen Irrtum in der forensischen Wissenschaft

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