Älteste Familie der Welt im Harz entdeckt

Die Ausgrabung in der im Südwestharz gelegenen Lichtensteinhöhle, führt zu der sensationellen Entdeckung von sehr gut erhaltenen ca. 3000 Jahre alten Skeletten in Niedersachsen. Die Lichtensteinhöhle wurde in der Bronzezeit vor etwa 3000 Jahren für Kulthandlungen genutzt, die auf das 8. bis 10. Jahrhundert vor Christus datieren. Schon alleine die Funde an sich sind aufregend, denn Knochen von 39 Menschen und andere Gegenstände wurden bei der Höhlentemperatur von ca. 8 °C sehr gut konserviert. Der Erhaltungszustand ist so gut, dass selbst genetische Fingerabdrücke aus den Menschenknochen bestimmt werden konnten.

DNA-Forschung in der Anthropologie

Die Aufklärung des verwandtschaftlichen Beziehungsgeflechts wird von Wissenschaftlern um Frau Dr. Susanne Hummel vom Anthropologischen Institut der Universität Göttingen erforscht. Ihre DNA-Untersuchungen haben ergeben, dass die dort bestatteten Menschen über drei Generationen verwandt waren. Es gibt weltweit keinen anderen, derart alten Fundort, der ähnlich gut durch eine DNA-Stammbaumanalyse dokumentiert ist. Zum guten DNA-Erhaltungszustand beigetragen haben auch günstige chemische Bedingungen, im die Knochen umgebenden Gipsgestein. Neben verwandtschaftsbezogenen Informationen konnte auch die genetisch codierte Haarfarbe einiger Personen eindeutig bestimmt werden. Die Untersuchungen auf DNA-Ebene stehen noch am Anfang, kann doch im Vergleich zum „Ötzi“ eine ganze Familiengruppe untersucht werden. Die weitere Forschung hält bestimmt die eine oder andere Überraschung bereit und es wird sich lohnen, diese Arbeiten zu verfolgen.

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