Anleitung zum Glücklichsein: Ist Glück und Zufriedenheit genetisch bedingt?

Man glaubt, ob ein Mensch glücklich oder unglücklich ist, hängt davon ab, wie gut oder schlecht sein Leben verläuft. Die britische Wochenzeitschrift „The Economist“ berichtet in der Ausgabe vom 15.10.2011, dass neueste wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, dass die Veranlagung zum Glücklichsein zum Teil erblich sein könnte.

Einfluss der Gene auf das Glück

Jeder hat schon erfahren, dass manche Menschen das Leben leichter nehmen als andere. Was dem einen als persönliche Katastrophe gilt, kann ein Mitmensch leichter verkraften und überwinden. Studien haben gezeigt, dass introvertierte Menschen zum Beispiel eher unglücklich sind als extrovertierte Menschen, die es erfahrungsgemäß im Leben leichter haben. Ein Team von Wissenschaftlern von Universitäten in Großbritannien, den USA und der Schweiz haben mehr als 1000 Zwillingspaare untersucht und herausgefunden, dass ungefähr ein Drittel der Unterschiede im Glücksempfinden vererbt wird.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass das Gen, dass das Protein zum Serotonintransport codiert (das 5-HTT-Gen), verantwortlich sein könnte. Serotonin ist entscheidend bei der Stimmungsregulierung und existiert in einer kurzen und einer langen Variante. Jeweils ein Allel wird vom Vater, eines von der Mutter auf das Kind vererbt. Diese Grundlagen der Vererbung nutzt man auch bei einem Vaterschaftstest , bei dem Abschnitt der DNA untersucht werden, die keine genetische Codierung (mit Ausnahme des Geschlechts) vornehmen, aber eine Feststellung der Identität ermöglichen.

In einer Studie unter 2600 repräsentativ ausgewählten Amerikanern, bezeichneten sich 40 Prozent auf einer Skala von „sehr unzufrieden“ bis „sehr zufrieden“ als „sehr zufrieden“ mit ihrem Leben. Unter diesen 40% hatten circa 35 Prozent zwei lange Allele des Gens und nur circa 19 Prozent zwei kurze Allele des Gens. Von den Menschen, die sich als „unzufrieden“ bezeichneten, hatten 20 Prozent zwei lange Allele des Gens und circa 26 Prozent zwei kurze. Dies zeigt einen gewissen, aber nicht zu überschätzenden Einfluss der genetischen Disposition auf das Glücksempfinden eines Menschen.

Auffallend sind ethnische Unterschiede bei der Allelverteilung. Amerikaner asiatischer Abstammung in der ausgewählten Gruppe zeigten 0,69 lange Allele, Afroamerikaner 1,47 und Amerikaner kaukasischer Abstammung 1,12. Dies reflektiert die Ergebnisse anderer Untersuchungen, die zeigten, dass asiatische Länder ein niedrigeres Niveau beim Glücklichsein zeigen als zum Beispiel afrikanische Länder, obwohl der durchschnittliche Lebensstandard in letzteren niedriger ist.

Das Bruttoglücksprodukt

Die Ergebnisse der Studien sind auch interessant im Hinblick auf Versuche, das Glücksniveau einer Nation zu messen und nicht nur das Bruttosozialprodukt als wirtschaftlichen Indikator zur Erfolgsmessung politischer Maßnahmen heranzuziehen. So hat zum Beispiel das südasiatische Königreich Bhutan beschlossen, den Versuch zu unternehmen, die sogenannte „Gross National Happiness“ zu messen. Dazu werden repräsentative Umfragen zu den Themen psychologische Gesundheit, allgemeine Gesundheit, Zeiteinteilung, Erziehung, Kultur, Regierung, Ökologie, Gemeinschaftssinn und Lebensstandard durchgeführt.

Die Ergebnisse der Befragung für das Jahr 2010 können per Powerpoint-Präsentation über Slideshare abgefragt werden und zeigen, dass im arithmetischen Mittel Männer sich leicht glücklicher einschätzen als Frauen und dass die Stadtbevölkerung sich leicht glücklicher schätzt als die Landbevölkerung. Nach Berufsgruppen sind Beamte und Mönche die glücklichsten Menschen, während Bauern und Mitglieder der National Work Force sich am wenigsten glücklich einschätzen. Im Lebensalter zeigen sich nur leichte Unterschiede, wobei die glücklichste Altersgruppe die zwischen 26 und 30 Jahren ist.

Eine klare negative Korrelation besteht zwischen Stress und Glücklichsein. Anhänger des Buddhismus sind im arithmetischen Mittel wiederum etwas glücklicher als Hindus oder Christen. Sehr auffällig ist der Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Glücklichsein: Je höher der Schulabschluss, desto glücklicher der Mensch. Gleiches gilt erwartungsgemäß für die Gesundheit. Interessant wiederum ist die Messung des Gemeinschaftssinnes. Menschen, die im Falle von Krankheit oder finanziellen Schwierigkeiten auf viele Unterstützer zurückgreifen können, schätzen sich deutlich glücklicher ein als Menschen, die nur mit Hilfe von Wenigen rechnen.

Auch wenn Glücklichsein zum Teil genetisch bedingt ist (Forscher schätzen 30 bis 50 Prozent), zeigt sich in Bhutan, dass die Lebensumstände einen hohen Anteil am Glücksempfinden von Menschen haben und hierbei nicht-wirtschaftliche Faktoren wie Gesundheit und Gemeinschaftssinn eine große Rolle spielen. Leider stehen keine Vergleichsergebnisse gleicher Qualität von anderen Nationen zur Verfügung. Sowohl für Naturwissenschaftler und Sozialwissenschaftler besteht also noch großes Forschungspotential.

Quellen:
- The Economist, Ausgabe vom 15.10.2011, “The genetics of happiness, Transporter of delight”
- The Guardian, Ausgabe vom 06.05.2011, “Happiness linked to a gene that comes in long and short versions”
- Offizielle Webseite des Königreiches Bhutan zu Thema Gross National Happiness (grossnationalhappiness.com)

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