Laktoseunverträglichkeit und Darmerkrankungen

Viele Menschen mit Colitis ulcerosa oder anderen Darmerkrankungen haben eine Odysee von Arztbesuchen hinter sich, ohne eine nennenswerte Linderung der Krankheit zu erreichen. Eine einfache Untersuchung auf Laktoseverträglichkeit - verursacht durch eine Mutation im LCT-Gen (auch als CT-Polymorphismus bezeichnet) - kann zeigen, ob die gesundheitlichen Beschwerden auch andere Ursachen haben können, die einfach zu lindern sind. Der Polymorphismus im LCT-Gen regelt wahrscheinlich, ob das Enzym Laktase produziert wird oder nicht. Von der Natur ursprünglich vorgesehen war, dass Säuglinge nach der Entwöhnung von der Muttermilch laktoseintolerant wurden. Man vermutet das die Laktosetoleranz, also die Möglichkeit Laktose abzubauen, erst vor 10-12.000 Jahren durch eine Mutation entstanden ist, nachdem der Mensch die Milchwirtschaft zu nutzen lernte.

Mutation im LCT-(Lactase)-Gen bestimmt Laktoseintoleranz

Der Gentest ist einfach mit einer DNA-Analyse möglich. Wenn das LCT-Gen bestimmte C/T Polymorphismen an der DNA-Position 13910 aufweist, ist man laktoseintolerant. Für diesen Fall kann Milchzucker aus Milchprodukten im Dünndarm nicht richtig abgebaut (gespalten) werden, weil zu wenig des Enzyms Laktase vorhanden ist. Viele Menschen, die eine Genvariante (CC oder CT) tragen, die einen Laktasemangel bedingt, wissen davon nichts.

Die Schädigung der Darmflora kann schleichend über viele Jahre verlaufen

Es kann sein das bei einem laktoseintoleranten Menschen die Darmflora über viele Jahre geschädigt, bevor man auf die Idee kommt, das ein Problem im Milchzuckerstoffwechsel vorliegen könnte. Allerdings wissen auch viele Menschen, dass sie laktoseintolerant sind, wenn sie sofort nach der Zunahme von Milchprodukten Durchfälle bekommen. Andere Menschen meiden Milch intuitiv, ohne den genauen Grund dafür zu kennen. Es kann damit zu tun haben, dass der Laktoseabbau gestört ist. Durch einen gestörten Laktoseabbau kann die Darmschleimhaut geschädigt werden, wenn man über lange Zeit Milchprodukte zu sich nimmt. Gerade bei Darmleiden wir oft empfohlen Joghurt zu essen. Joghurt kann allerdings auch bewirken, dass es dem Darm anschließend schlechter geht. Auch sind in der Apotheke probiotische Bakterien erhältlich, die die Darmflora aufbauen können. Von auf Milchsäurebakterien basierenden Medikamenten sollte man aber Abstand nehmen.

Die Laktoseintoleranz existiert jedoch in vielen verschiedenen Varianten und ist dann gefährlich, wenn die Reaktion des Darmes nicht gleich heftig ausfällt, sondern sich über einen langen Zeitraum abspielt. In diesem Fall kann die Laktoseintoleranz bei einer ärztlichen Untersuchung übersehen werden. Wird man wegen einer Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder einer Divertikulitis behandelt, muss man alles tun, um alle Faktoren, die zu einer Darmschleimhautschädigung beitragen können auszuschalten. Das ist leichter gesagt, als getan, wenn man nicht weiß, dass man seinen Darm permanent durch irgend ein Lebensmittel beschäfigt. Die drei genannten Krankheitsbilder sind in ihren Ursachen kaum verstanden, so dass es keine einfache Therapie und in der Regel keine schnelle Heilung gibt.

Keine Lobby für Gentests in Deutschland

Statt tausende Euros für permanente Darmspiegelungen auszugeben oder heftige Chemotherapien, wie bei einer Colitis ulcerosa, über sich ergehen zu lassen, sollte man einen Gentest auf den beschriebenen C/T Polymorphismus im LCT-Gen ausführen lassen. Dazu benötigt es nur einen Abstrich von der Mundschleimhaut mit einem Wattetupfer. Die für den Gentest benötigte DNA ist dabei genauso einfach zu gewinnen, wie bei einem Vaterschaftstest, nämlich nicht-invasiv mit einem Wattetupfer. Daran müssen Sie selbst denken, wenn es Ihr Arzt nicht macht. Wenn man zum Arzt geht, denkt man, das man die best mögliche Hilfe bekommt. Allerdings unterscheiden sich die Motive des Patienten und des Arztes oder der Klinik sehr. Man muss ich einfach fragen, was verdient eine Klinik an einem Gentest für 100 Euro und was verdient eine Klinik an einer oder 10 Darmspiegelungen. Die Untersuchung muss sich für das Krankenhaus lohnen.

Die Blutentnahme ist unnötig, ein Mundschleimhautabstrich reicht aus

Eine Blutentnahme ist für einen Gentest nicht nötig. Jedoch sind Gentests in Deutschland kaum verfügbar, denn es gibt zu wenige Humangenetiker, die einen Patienten zuerst genetisch beraten müssen. Das Verfahren in Deutschland für einen solchen DNA-Test ist sehr aufwändig, da es an eine ärztliche Beratung gebunden und stark bürokratisiert ist. Niedergelassene Ärzte empfehlen in der Regel zur Diagnostik einer Laktoseunverträglichkeit keinen Gentest, sondern vielleicht einen biochemischen Wasserstofftest, auch H2-Atemtest genannt, den ein normaler Arzt anbieten kann. Bei diesem Laktoseunverträglichkeitstest muss der Patient eine Milchzuckerlösung trinken, was für Betroffene sehr unangenehm sein kann (Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Blähungen) - am besten plant man für den Atemtest einen Urlaubstag ein. Natürlich kann ein H2-Atemtest immer additiv nach einem Gentest erfolgen, um weitere Informationen zum eigenen Stoffwechsel zu erhalten.

Viele Verbände in Deutschland kritisieren Gentests und betreiben über den Gesetzgeber eine künstliche Verknappung des Angebots. Man kann sich selbst helfen, indem man einem ausserhalb Deutschlands ansässigen Fachlabor einen Auftrag für den Gentest erteilt, vollkommen legal und kostengünstig. Man muss dem ausführenden Labor nur einen Mundschleimhautabstrich zusenden.

Das Ergebnis der Diagnose ist über den diagnostizierenden Genotyp (CC, CT oder TT an der Stelle 13910 im LCT-Gen) eindeutig gekennzeichnet und man erfährt, ob man besser auf Milchprodukte verzichten sollte. Ist der eigene Genotyp CC, hat man die Anlage zum primären Laktasemangel. Ist der Genotyp CT, kann ein Laktasemangel vorliegen. Bei TT liegt wahrscheinlich keine genetisch bedingte Laktoseintoleranz vor.

Ist man von einer genetisch bedingten Laktoseintoleranz betroffen und verzichtet auf laktosehaltige Milchprodukte, kann sich, je nach Schädigung der Darmschleimhaut, nach 3 - 6 Monaten eine deutliche Linderung der Darmprobleme einstellen. Der Betroffene muss es einfach ausprobieren. Das Experiment des Verzichts auf Milchprodukte ist deutlich effektiver als permanent einen Arzt aufzusuchen, wie es meist bei einer akuten Colitis ulcerosa der Fall ist. Ob eine Therapie Linderung bringt oder nicht, kann der Patient effektiver beurteilen als ein Arzt. Die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden liegt in erster Linie bei jedem selbst. Es scheint, als versuchen insbesondere deutsche Patienten die eigene Verantwortung in die Hände eines Arztes zu legen. Nicht immer erfüllen sich damit die Hoffnungen des Patienten. Anders als bei einem Flugkapitän trägt fast nur der Patient das Risiko einer Behandlung. Stürzt ein Flugzeug ab, trifft den Kapitän das gleiche Schicksal, wie seine Fluggäste.

Die Ursachen von Darmerkrankungen sind nur im Ansatz bekannt

Ganz sicher ist der oben genannte Polymorphismus im LCT-Gen nicht die einzige Ursache für eine Laktoseintoleranz. Die Genotypvariation (CC, CT oder TT) im LCT-Gen wurde erst 2002 durch finnische Wissenschaftler entdeckt (Enattah N.S. et al.: Nature Genetics, 14. Januar 2002).

Normalerweise steht im Kindesalter ausreichend Laktase-Enzym zur Verfügung. Sinkt die Enzymkonzentration auf dem Weg ins Erwachsenenalter ab, kann es zur Laktoseintoleranz kommen. Assoziierte Darmprobleme können auch erst im Erwachsenenalter auftreten. Wer vor 2002 eine Darmerkrankung entwickelt hat, weiß möglicherweise auch 2014 noch nicht, ob es ein Problem mit der Verdauung von Laktose gibt. Ein Gentest kann es zeigen.

Wenig Information mit großer Wirkung für das eigene Wohlbefinden

Die einfache, nicht-invasive Diagnostik eines genetisch bedingten Laktasemangels kann eine große Linderung von täglichen Darmbeschwerden bringen, wenn man auf laktosehaltige Milchprodukte verzichtet. Kaum ein anderer Gentest liefert neben der Diagnostik sofort eine verblüffend erfolgreiche Therapie.

Deutsche Darmpatienten sind oft schlecht über genetische Ursachen informiert

Es ist anzunehmen, dass aufgrund einer generell kritischen Einstellung gegenüber Gentests deutsche Patienten weniger von dieser Erkenntnis profitieren, als Bürger anderer Länder. In Deutschland ist auf Gesetzesebene das Recht auf Nichtwissen über genetische Disposition höher eingestuft, als das Recht auf Wissen. Wer seine Gesundheit nur in die Hände von Ärzten oder Krankenhäusern legt, verzichtet möglicherweise auf die best mögliche Therapie.

Ablauf des Laktoseabbaus im Darmtrakt

Kann Laktose an Epithelzellen des Dünndarms nicht in D-Galaktose und D-Glucose gespalten werden, kommt sie unverdaut in den Dickdarm, wo sie von Milliarden von Bakterien zersetzt wird, welches zu einer Schädigungen der Darmschleimhaut führen kann. Da die Bakterienflora bei jedem Menschen anders zusammengesetzt ist, sind die Symptome mal schlimmer, mal milder und auch über die Zeit kann die Schwere der Krankheit mit der Veränderung der Bakterienflora korrelieren. Gerade die Variabilität der Bakterienflora als Funktion der Zeit kann das Erkennen eines genetisch bedingten Laktasemangels erschweren.

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