Wie CSI, Crossing Jordan und Bones die Aufklärung von Verbrechen beeinflussen

Angefangen hatte es mit dem Original „CSI“ in Las Vegas. Aufgrund des Erfolges folgten schnell weitere Teams, wie „CSI Miami“ und „CSI New York“. „Crossing Jordan“ und „Bones“ sowie deutsche Kopien der amerikanischen Vorbilder werden immer populärer und beeinflussen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen auch die forensische und gerichtliche Aufklärung von Verbrechen.

Der wissenschaftliche Hintergrund

Jeder Naturwissenschaftler, der sich z.B. CSI anschaut, muss aber häufig den Kopf schütteln. Die Ergebnisse von DNA-Analysen aufgrund von Spurenproben, die in der Realität mindestens einige Tage in Anspruch nehmen, sprudeln in den schicken CSI-Laboren in Las Vegas, New York und Miami innerhalb von Minuten aus dem Drucker. Leider erweckt dies bei den Zuschauern den Eindruck, dass es in der Realität ähnlich zugeht: Man benötigt nur eine Zigarettenkippe und schon hat man neben dem genetischen Fingerabdruck des Verdächtigen auch dessen Identifizierung auf Basis einer großen DNA-Datenbank. Datenbanken dieser Art unterliegen in Deutschland jedoch strengen gesetzlichen Regelungen. Der Verbraucher fragt sich verständlicherweise auch, warum ein heute zu relativ niedrigen Kosten durchzuführender Vaterschaftstest noch eine normale Bearbeitungszeit von 8 Tagen hat und nicht schneller durchgeführt werden kann. Hier muss neben der Laborarbeit zusätzlich beachtet werden, dass nicht nur der genetische Fingerabdruck eines einzelnen Menschen ermittelt wird, sondern auch das Verwandtschaftsverhältnis zwischen verschiedenen Menschen biostatistisch berechnet werden muss.

Neueste Forschungen zur Auswirkung von CSI

Das britische Wochenmagazin „The Economist“ hat den Einfluss der forensischen TV-Serien auf das Vorgehen bei Straftaten, auf die Aufklärung von Verbrechen und auf Gerichtsverfahren betrachtet. Dabei konnte sie sogar schon auf wissenschaftliche Studien aus diesem Bereich zurückgreifen. Die amerikanische Kriminologin Monica Robbers von der Marymount University in Arlington, Virginia, hat 2008 sogar den Begriff „CSI-Effekt“ geschaffen, um das geänderte Verhalten von Geschworenen und Richtern bei Gerichtsverhandlungen in den USA zu beschreiben. Auch die Zeitschrift „Forensic Science International“ hat kürzlich einen Artikel von Evan Durnal der University of Central Missouri veröffentlicht, der zeigt, wie das amerikanische Rechtssystem sich ändere.

Danach schaffen CSI und Co nicht nur ein unrealistisches Bild der Arbeit der Forensiker, sondern beeinflussen nach Ansicht der Wissenschaftler sogar die Arbeit der Gerichte. So entwickeln die Geschworenen unrealistische Vorstellungen davon, was die Forensik leisten kann. Geschworene hinterfragen die vorgelegten Beweise viel stärker und verstehen nicht immer, dass z.B. DNA-Analysen unter bestimmten Umständen zwar hilfreich sein können, in anderen Fällen aber keine zusätzlichen Erkenntnisse bringen. Bereits durch Zeugenaussagen oder Geständnisse festgestellte Sachverhalte braucht man nicht durch zusätzliche Spurenanalysen nochmals zu beweisen.

Die Wissenschaftler stellen fest, dass Gerichtsverfahren häufig länger als früher dauern, da die Diskussion der Vorstellungen und Nachfragen von Geschworenen Zeit beanspruchen und oft weitere Zeugen befragt werden müssen, die zeigen, warum bestimmte forensische Verfahren in diesem Fall nicht sinnvoll sind. Das könne so weit gehen, dass Verbrecher nicht verurteilt werden, weil bestimmte forensische Beweise nicht vorliegen, auch wenn andere Indizien vormals zu einer Verurteilung hätten führen können. Auch würden die wissenschaftlichen und forensischen Ergebnisse einer DNA-Analyse oft als Sicherheit angesehen, während sie in der Realität Wahrscheinlichkeitsaussagen darstellen. So geht man z.B. bei einem DNA-Vaterschaftstest mit Vater, Mutter und Kind erst ab einer Wahrscheinlichkeit von 99,99% davon aus, dass eine Vaterschaft praktisch erwiesen ist.

Die Nachrichten um verurteilte Verbrecher, deren Unschuld nach Jahren der Haft aufgrund von DNA-Analysen noch bewiesen werden konnte, beeinflussen sicher die Erwartungen ebenfalls.

Nicht verwunderlich ist letztlich die Beobachtung der Wissenschaftler, dass Kriminelle von den TV-Sendungen lernen und ihre Vorgehensweise an die Methoden der modernen Wissenschaft anpassen, was die Arbeit der Forensiker wiederum erschwert. Damit dürfte es mehr Stoff für andere TV-Sendungen wie „Cold Case“ geben, deren Ermittler dann wieder auf konventionellere Methoden der Verbrechensaufklärung zurückgreifen müssen.

Weitere Informationen zu DNA-Analysen bei gerichtlichen Strafverfahren finden Sie unter: Beratung für Rechtsanwälte

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