Was bedeutet es, wenn eine Tatortspur einen genetischen Fingerabdruck ergibt, welcher mit dem DNA-Profil des Verdächtigen übereinstimmt?

In wissenschaftlicher Hinsicht sollte man, bevor eine solche Aussage weiter interpretiert wird, die DNA-Analyse Ergebnisse GENAU ansehen. Das ist allerdings nicht unbedingt für jeden Fall möglich. Wie zum Beispiel in der vorgehenden News „Massen-DNA-Test ...“ berichtet, sind die DNA-Ergebnisse selbst nicht öffentlich zugänglich.

Seien wir einmal ehrlich, die in der Überschrift getroffene Aussage führt ziemlich schnell zur Vorverurteilung eines Verdächtigen. Man könnte somit den Eindruck bekommen, die Arbeit der Ermittlungsbehörden habe sich mit der Einführung des DNA-Tests erheblich vereinfacht. Mit einer beinahe unheimlichen Leichtigkeit seinen nun Verbrecher zu ermitteln. Aber stimmt das auch wirklich, ist es so einfach?

Wenn man das Thema näher betrachtet, muss man sich fragen, was ist denn bitte schön, wenn eine DNA-Spur absichtlich gelegt wird, um den Verdacht vom tatsächlichen Täter auf eine andere Person zu lenken? Dann ist doch genau das Gegenteil erreicht, wenn damit ein Unschuldiger in Verdacht gerät und das ist nur eine mögliche Quelle für einen fatalen Fehler, der mit Hilfe eines falschen DNA-Beweises gemacht werden kann. Dazu darf es nicht kommen. Also bleibt nichts anderes, als das alle Beteiligten (auch die Presse) ihre Hausaufgaben machen müssen. Zuerst sollte also das erhaltene Ergebnis geprüft werden. Dazu müssen die DNA-Laborergebnisse genau unter die Lupe genommen werden.

In der Deutschen DNA-Analysedatei (DAD) werden Allele von 8 Genorten gespeichert. Jeder, der sich mit der DNA-Analyse beschäftigt weiß, dass insbesondere die Analyse von Tatortspuren nicht immer vom Erfolg gekrönt ist. Nicht jede Tatortspur ergibt ein vollständiges DNA-Profil von den 8 zu untersuchenden Genorten oder überhaupt ein DNA-Profil. Schon mehrmals haben wir auf Konferenzen zur DNA-Analyse Klagen von deutschen Polizeilabormitarbeitern gehört, dass allzu oft lediglich Teil-DNA-Profile in die DAD eingestellt wurden. Das Ergebnis einer DNA-Analyse wird dann als Teilprofil bezeichnet, wenn statt der 8 Genorte lediglich Information von weniger als 8 Genorten vorliegt und in die DAD eingespeist wird. Hat man nun von einer Tatortspur vielleicht nur 5 Genorte bestimmen können, sucht dann in der DAD und bekommt zum Beispiel 156 Treffer, hat die Polizei ein Problem. Sind dann nun alle 156 Verdächtige zu überprüfen, ob sie die Tat begonnen haben können? Das macht sicherlich keinen Sinn, das kann niemand abarbeiten und am Ende sind die Behörden gut beschäftigt, der wahre Täter kommt davon und das Verfahren wird eingestellt.

Aufgrund dieser Probleme sind die Anforderungen an die Ermittlungsbehörden mit der DNA-Analyse eher gestiegen statt gesunken. Umso mehr müssen die Ermittler die klassischen Elemente wie Motiv, wo war der Verdächtige zur Tatzeit, etc. recherchieren. Die DNA-Analyse selbst bleibt dann „nur“ ein neues Hilfsmittel der Ermittler. Ganz besonders sollte die Verteidigung die DNA-Ergebnisse ansehen und deren Plausibilität beurteilen. Insbesondere in den USA investiert die Verteidigung eines Verdächtigten in die Beurteilung von DNA-Ergebnissen und holt sich unabhängige DNA-Gutachter ins Boot. Dabei konnte schon mancher wacklige DNA-Beweis entlarvt werden und die Angeklagten kamen frei. Strafverteidiger in Deutschland haben in dieser Beziehung möglicherweise erheblichen Nachholbedarf.

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