DNA-Untersuchung: Geld ist schmutzig

Wissenschaftler haben 3000 verschiedene Bakterientypen und 1,2 Milliarden DNA-Segmente auf 1-Dollar-Scheinen gefunden, so ein kürzlicher Bericht des US-amerikanischen Wall Street Journals über das „Dirty Money Project“ der biologischen Fakultät der New Yorker Universität unter der Leitung von Prof. Jane Carlton am Center for Genomics and Systems Biology. Bis dato beschränkten sich Projekte zur Untersuchung zum Mikrobenbefall von Geldscheinen auf die mikroskopische Untersuchung von Zelllkulturen und konnten so deutlich weniger Mikroben nachweisen.

DNA-Nachweis von Mikroben und Bakterien

Die Studie schätzt, dass von den 1,2 Milliarden gefundenen DNA-Segmenten bis zu 48% menschlicher Herkunft sind. Verschiedene Programme, wie zum Beispiel BLAST (Basic Local Alignment Search Tool), vergleichen DNA-Sequenzen mit vorhandenen Datenbanken und können so bei der Identifikation der Spezies helfen, von der das DNA-Segment stammt. Im Dirty Money Project konnten von den nicht-menschlichen Segmenten allerdings nur 20% einer Spezies zugeordnet werden. Viele Mikroorganismen sind in den verfügbaren Genomdatenbanken noch nicht aufgenommen.
 
Anhand ihrer DNA konnten folgenden Mikroben identifiziert werden:
  • Bakterien, die antibiotikaresistente Infektionen auslösen.
  • Staphylokokken, die Hautentzündungen verursachen.
  • Helicobacter Pylori, die zu Magengeschwüren führen.
  • Escherichia Coli, die für schwere Lebensmittelvergiftungen verantwortlich sind.
  • In geringen Maßen wurden sogar Diphtheriebakterien aufgespürt.
Neben der DNA von Bakterien und Menschen, wurde DNA von Tieren, Viren, Pilzen und Pflanzenpathogenen gefunden.

Geldverschmutzung und Geldwäsche

Die Verschmutzung von Geld ist ein weltweites Problem, nicht zuletzt aufgrund der damit einhergehenden Gesundheitsgefährdung. Im Januar 2014 berichtete die britische Wochenzeitschrift „The Economist“ über die hohen Kosten, die beim Austausch schmutziger Geldscheine anfallen. Schätzungen zufolge kostet der Neudruck von Banknoten zum Austausch beschädigter und schmutziger Exemplare bis zu 10 Milliarden Dollar jährlich. Hinzu kommen Aufwand und Kosten der Vernichtung der aus dem Verkehr gezogenen Geldscheine.
 
Basis für die Verschmutzung und den Bakterienbefall von Banknoten legt der Hauttalg, der beim Berühren der Scheine vom Menschen hinterlassen wird und als Nährboden für Mikroben fungiert. Ein amerikanisches Unternehmen aus Rhode Island, Spectra Systems, hat ein Verfahren entwickelt, Geldscheine mit sog. überkritischen Kohlenstoffdioxid (CO2) zu reinigen. Überkritisches Kohlenstoffdioxid befindet sich in einem fluiden Zustand (im Gegensatz zum üblichen gasförmigen oder festen Zustand) über seiner kritischen Temperatur und seinem kritischen Druck. Versuche zeigen, dass überkritisches Kohlenstoffdioxid in einem bestimmten Verfahren die Geldscheine reinigt, ohne ihre Sicherheitsmerkmale zu beschädigen.
 
Sollten sich die Zentralbanken dieser Welt für die Einführung des Verfahrens entscheiden, würde das deutsche Sprichwort „Geld stinkt nicht“ der Wahrheit wieder ein Stück näher kommen. Geldwäsche würde eine ganz neue Bedeutung erlangen. Bis dahin sollten die Regeln der täglichen Hygiene beim Umgang mit Geld noch verstärkt Beachtung finden. 
 
Quellenangaben:
  • Webseite der biologischen Fakultät der New York University (biology.as.nyu.edu)
  • Unternehmenswebseite von Spectra Science (spectra-science.com/company-news.html)
  • „The Economist“, 18.01.2014, The Benefits of Money Laundering
  • „The Wall Street Journal“, 18.04.2014, Online Edition, Why You Shouldn't Put Your Money Where Your Mouth Is

 

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