Ehemaliger Liebhaber hat Recht auf Vaterschaftstest

Auch neun Jahre nach Inkrafttreten des Paragraphen 1598a des Bürgerlichen Gesetzbuches (§1598a BGB), der klären soll, welche Personen Anspruch auf die Feststellung der Vaterschaft haben, müssen sich Gerichte noch mit der Frage befassen,  wie und wann dieser Paragraph Anwendung findet. Im Klartext bedeutet die Durchsetzung dieses Paragraphen, dass jede der betroffenen Personen (Vater, Mutter oder Kind)  die Einwilligung der anderen Beteiligten in den Vaterschaftstest erzwingen kann. Das liegt vor allem daran, dass §1598a BGB nur für rechtliche Familien herangezogen wird, auch wenn das im Text so nirgendwo explizit steht. Er ist aber Teil des Familienrechts.

Unterm Strich geht es dabei für die Gerichte immer darum abzuwägen, wessen Rechte und wessen Wohl am ehesten zu schützen sind. Es versteht sich fast von selbst, dass darum in den meisten Fällen zugunsten des Kindeswohles entschieden wird, auch wenn es durchaus Ausnahmen hierzu gibt. Vor knapp einem Jahr berichtete die bj-diagnostik GmbH beispielsweise von einem Gerichtsbeschluss, bei dem die Sachlage eine andere war. Das „Kind“ war bereits 66 Jahre alt. Der vermeintliche biologische Vater hatte schon lange eine eigene Familie aufgebaut und diese sollte mit dem Beschluss geschützt werden. Für das Gericht stand damals fest, dass das Testverfahren an sich (und erst recht ein mögliches positives Ergebnis) eine Belastung für das Familienleben beider beteiligter Familien gehabt hätte.

Vaterschaftstest als erster Schritt

Am 14. Februar hat das Oberlandesgericht Oldenburg in einem Fall entschieden, dass diese Belastung noch nicht bestehe (Az. 13 WF 14/14).

Das Kind, um das es dabei geht, ist erst ein Jahre alt und kann die komplexen Zusammenhänge natürlich noch nicht verstehen. Es lebt bei seiner Mutter und deren Ehemann, der aber eventuell gar nicht der biologische Vater des Kindes ist. Zu dem ehemaligen Liebhaber (und zweiten möglichen Vater) der Mutter hatte es noch keinen Kontakt. Und genau da liegt das Problem dieses Mannes: Er möchte klären lassen, ob er der biologische Vater ist, bevor das Kind in einem Alter ist, in dem es die Zusammenhänge verstehen kann. Die für Bindungen wichtigen ersten Lebensjahre sind dann nämlich bereits verstrichen.

Die Eltern hatten unter anderem bezweifelt, dass ein Umgang dem Wohl des Kindes diene und darum die Vaterschaftsfeststellung verweigert. Das zuständige Amtsgericht gab ihnen Recht. Das OLG aber urteilte nun, dass die Interessen aller Beteiligten erst dann geklärt werden könnten, wenn klar wäre, wer der biologische Vater sei. Und dazu sei die DNA-Abstammungsanalyse notwendig. Sollte sich dabei herausstellen, dass der Kläger der Vater ist, müsse herausgefunden werden, ob ein Umgang dem Wohl des Kindes dient.

Ein wichtiger Punkt für dieses Urteil war wohl auch, dass das OLG durch den Vaterschaftstest keinen drohenden Schaden für die Familie sah, da der Ehemann über den gesamten Sachverhalt Bescheid weiß. Außerdem war es der Ansicht, das Kind müsse in Hinsicht auf den Umgang über die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse aufgeklärt werden.

Und das sollte man tatsächlich erst dann tun, wenn Klarheit darüber besteht, wer der tatsächliche Vater ist.

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