Falsche Analysen von Haaren beim FBI?

Das US amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) und das Justizministerium haben eingeräumt, dass es jahrzehntelang Fehler bei der forensischen Analyse von Haaren gegeben haben könnte. Aufgrund der falschen Haaranalysen sind 32 Todesurteile, meist für Mord und Vergewaltigung verhängt worden, von denen 14 bereits vollstreckt wurden oder die eventuell zu unrecht Verurteilten sind bereits im Gefängnis verstorben. So berichtet die amerikanische Zeitung "Washington Post".

Forensische Haaranalysen fehlerhaft

Die beim FBI für die Haaranalysen zuständigen Experten machten bei 95 Prozent der inzwischen 268 untersuchten Fälle Fehler, die sich zugunsten der Anklage, also zum Nachteil der Angeklagten auswirkten. Ein Grund für die fehlerhaften Analyse war die Verwendung von zweifelhaften Statistiken, die nicht ausschlössen, dass Haarproben, die von verschiedenen Personen stammen, als Haar eines bestimmten, einzelnen Menschen in der Spurenanalyse interpretiert werden. Nun können andere Verfahren, zum Beispiel genaue DNA-Analysen angewendet werden, um die Ergebnisse zu überprüfen.

Umfangreiche Skandale wie der, der sich nun beim FBI abzeichnet, können generelles Misstrauen forensischen Untersuchungen gegenüber auslösen und weisen auf bereits bekannte Problematiken bei der forensischen Arbeit hin.

Sind forensische Experten bei der Spurenanalyse objektiv?

Ganz allgemein ist die Analyse von Spurenproben, insbesondere von Mischspuren, die von verschiedenen Personen am Tatort hinterlassen werden, schwierig. Dies gilt auch für die DNA-Analyse und deren mathematisch-statistische Interpretation.

Spurenproben und Mischspuren stellen nicht nur hohe Anforderungen an die forensischen, wissenschaftlichen Untersuchungen. Eine weitere Herausforderung ist die korrekte Interpretation wissenschaftlicher Gutachten durch die juristischen Experten und Laien in Strafverfahren. Forensikexperten, wie Peter Gill, Professor für Forensische Genetik an der Universität Oslo und vormals Mitarbeiter des Forensic Science Service (FSS) in Großbritannien, publizieren bereits zur Fehlinterpretation forensischer Beweise vor Gericht.

Forscher wie Greg Hampikian von der Boise State University, Idaho/USA vermuten, dass auch Informationen über den Fall und Verdächtige sowie das "gewünschte" Ergebnis der DNA-Analyse für die Anklage die Arbeit und die Dateninterpretation im Labor beeinflussen könnten. So könnten Statistiken und Methoden zur Interpretation von Spurenproben herangezogen werden, die objektiv betrachtet nicht haltbar sind. bj-diagnostik berichtete 2012 in "Skandal um das Polizeilabor im US-amerikanischen Boston" darüber.

Kann die DNA-Analyse beim Vaterschaftstest versagen?

Fehler oder Falschinterpretationen bei der DNA-Analyse von Vaterschaftstests sind äußerst unwahrscheinlich und werden in Qualitätslaboren aufgrund umfangreicher Qualitätssicherungsmaßnahmen verhindert:

  1. Zum einen werden beim Vaterschaftstest keine DNA-Mischspuren, sondern einzelne Proben einer bestimmten Testperson untersucht. Selbst im Fall von Bluttransfusionen oder Knochenmarktransplantationen sind die DNA-Profile eindeutig interpretierbar.
  2. Des Weiteren werden zur Vaterschaftsanalyse fast ausschließlich Mundschleimhautabstriche verwendet, die einfacher zu analysieren sind als Haare. Bei korrekter Probenahme liefern Mundschleimhautabstriche ausreichend DNA, um sehr gute und zweifelsfreie Ergebnisse zu erzielen.
  3. Schließlich werden beim Vaterschaftstest DNA-Profile verschiedener Testpersonen verglichen, um ein bestimmtes Verwandtschaftsverhältnis zu untersuchen. Fallen bei Vergleich der Profile verdächtige Zusammenhänge auf, können diese anhand neuer Proben oder Analysen geprüft werden. 
  4. Alle DNA-Analysen unterliegen strengen Qualitätskontrollmaßnahmen. So werden Kontaminationen von Proben untereinander bei der bj-diagnostik durch eine proprietäre Software bei der Validierung der Untersuchungsergebnisse ausgeschlossen.

 

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