Gerichtsbeschluss: Indirekter Vaterschaftstest ist wichtig!

Wer eine Möglichkeit sucht, seinen biologischen Vater zu finden, der ist sich zunächst oft gar nicht darüber bewusst, dass ein DNA-Vaterschaftstest auch ohne den möglichen Vater durchgeführt werden kann. In sogenannten indirekten Vaterschaftstests (auch: Geschwistertests bzw. allgemeiner Verwandtschaftstests) wird die DNA zweier (oder mehrerer) möglicher Geschwister verglichen. Dabei wird überprüft, wie wahrscheinlich es ist, dass die Kinder einer Mutter auch vom selben Vater abstammen. Und man kann auch Fragen nach anderen Verwandtschaftsgraden (Halbgeschwister, Großeltern, Tanten, etc.) mit solchen Tests beantworten. Allerdings werden diese dann komplexer und erfordern mehr Testpersonen, um ein aussagekräftiges Ergebnis erzielen zu können. Näheres dazu finden Sie auch auf unserer Seite zu Geschwistertests.

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat nun die Wichtigkeit eines solchen Testes bestätigt. Das gab die Pressestelle am 09.10.2017 bekannt (4 UF 106/17). Es geht in dem Fall um eine 42 Jahre alte Frau, die nach ihrem leiblichen Vater sucht. Sie hat bereits einen Vaterschaftstest gemacht, bei dem ausgeschlossen wurde, dass ihr sozialer Vater auch ihr leiblicher ist. Nachdem sich aus alten Briefen ein Mann herausgestellt hat, der ihr biologischer Vater sein könnte, wollte sie die DNA seiner beiden Söhne heranziehen, um einen indirekten Vaterschaftstest durchführen zu können. Die beiden Brüder haben sich offensichtlich geweigert, dafür DNA-Proben abzugeben. Und nachdem das Familiengericht der Frau Recht gab, gingen die Brüder mit Ihrem Einwand vor das Oberlandesgericht.

Begründung des Oberlandesgerichts

Die Kenntnis der eigenen Abstammung hat für das Gesetz und auch die Gerichte in Deutschland einen hohen Stellenwert. Das hat sich schon in verschiedenen Gerichtsentscheidungen gezeigt (beispielsweise im vergangenen März). Schwierig wird es nur dann, wenn die Rechte anderer mit diesem Recht kollidieren könnten. So hatten auch die Brüder in diesem Fall argumentiert, dass dieser Test für sie nicht zumutbar sei. Das OLG wies diese Aussage zurück und begründete z.B. anhand der alten Briefe, dass es einen konkreten Verdacht gäbe. Der Beschluss des Familiengerichts wurde somit bestätigt. Die Männer müssen Ihre Proben abgeben, damit die Frau ihre Abstammung ergründen kann.

Der Fall ist typisch für das, was wir auch immer wieder erleben: Erwachsene Menschen müssen sich plötzlich mit der Suche nach Ihren Wurzeln befassen. Denn die Frage nach der eigenen Abstammung beschäftigt sie sehr. Manchmal haben diese Leute ihr Leben lang Ungewissheit über die eigene Herkunft gehabt und auf einmal gibt es einen konkreten Verdacht. Und manchmal tauchen plötzlich Gerüchte auf, die als gesichert geltende Familienverhältnisse in Frage stellen. Doch dann kann es sein, dass der Vater schon verstorben ist, man die Eltern nicht ohne Beweis mit diesen Vermutungen konfrontieren will oder andere Umstände einen direkten Vaterschaftstest unmöglich oder zumindest sehr schwierig machen. In solchen Fällen kann ein Verwandtschaftstest helfen.

Halbgeschwistertests sind nicht einfach

Für die Frau in dem Gerichtsfall ist es dabei ein glücklicher Umstand, dass noch zwei Kinder ihres möglichen biologischen Vaters leben. Mit nur einem möglichen Halbbruder oder einer möglichen Halbschwester ist es oft nur sehr schwer oder gar nicht möglich, ein aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen. Das Hinzuziehen der Probe eines weiteren Kindes des möglichen Vaters ist daher ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Wahrheitsfindung.

Das gilt übrigens (mit Einschränkungen) auch, wenn das zweite Kind seinerseits nur über den Vater mit dem ersten verwandt ist. Um in dem Fall vom Oberlandesgericht Oldenburg zu bleiben: Wenn die beiden Brüder keine gemeinsame biologische Mutter haben und somit untereinander Halbbrüder sind, kann man in den meisten Fällen dennoch eine Antwort auf die Frage finden, ob ihr gemeinsamer Vater auch der biologische Vater der Frau ist.

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