Recht auf Vaterschaftstest eingeschränkt

Wie in diversen Medien berichtet wurde, hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am 19.04.2016 ein Urteil über das Recht auf einen Vaterschaftstest gesprochen (1 BvR 3309/13). Konkret ging es um eine 66-jährige Frau. Sie ist seit ihrer Geburt im Unklaren darüber, wer ihr leiblicher Vater ist. Der 88-jährige Mann, den sie für eben diesen hält, weigerte sich bisher, eine Probe für die entsprechende DNA-Analyse abzugeben. Jetzt hat ihm das Gericht in dieser Sache endgültig Recht gegeben. Der entscheidende Punkt ist hierbei, dass die Frau eine Abstammungsklärung erwirken wollte. Diese bleibt ohne rechtliche Folgen. Eine Vaterschaftsklage war bereits 1955 vom zuständigen Landgericht verwehrt worden und ist damit auch heute noch nicht möglich.

Das Bundesverfassungsgericht bezieht sich dabei auf das BGB. Dort gibt es den § 1598a, der den grundsätzlichen Anspruch auf eine Abstammungsklärung festlegt. Dieser gelte aber nur für Familien im rechtlichen Sinne. Die Klägerin also ist von dieser Regelung ausgeschlossen, weil sie während ihres gesamten Lebens keinen engen Kontakt zu dem Mann hatte und dieser niemals die Vaterschaft anerkannt hat. Als Begründung wurde angegeben, dass die Interessen des Kindes (also der Klägerin) in einem solchen Fall geringer zu werten sind als die des möglichen (aber nicht rechtlichen) Vaters. Dabei geht es auch um den Schutz seiner Familie. Auch die Rechte der Mutter sollen geschützt werden. Das Bundesverfassungsgericht hatte schon in einem früheren Verfahren entschieden, dass die Mutter ihre geschlechtlichen Beziehungen nicht offenlegen muss.

Grundsätzlich haben Kinder Recht auf Klärung der Herkunft

Nun mag man sich fragen, warum jemand überhaupt nach so langer Zeit noch wissen möchte, wer der eigene Vater ist. Vor allem dann, wenn es weder rechtliche noch finanzielle Folgen für die Beteiligten gibt, ist dieser Klärungsbedarf von außen vielleicht nicht unbedingt nachvollziehbar. Bei ihren Kunden erlebt die bj-diagnostik GmbH jedoch immer wieder, dass eine Ungewissheit in dieser Frage belastend sein kann. Oft kann dann nur noch über einen Geschwistertest oder eine andere Verwandtschaftsanalyse versucht werden, Klärung in die biologischen Familienverhältnisse zu bringen.

Auch das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof haben in der Vergangenheit geurteilt, dass „die Klärung der eigenen Herkunft ein wesentlicher Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts“ ist. Im hier vorliegenden Fall wird aber der Schaden, den das Abstammungsgutachten bewirken könnte, schwerwiegender eingeschätzt als der Nutzen, den die Klärung der Herkunft der Klägerin bewirken könnte.

Lesen Sie hier über ein entsprechendes Urteil vom 28.01.2015.

Testset gratis
bestellen >>

Sie zahlen nur dann, wenn Sie den unterschriebenen Auftrag einsenden.

 

Unsere Hotline
Vaterschaftstest
0551 - 500 72 999

Das Team der bj-diagnostik berät Sie gerne.

 

Vaterschaftstest: Akkreditiertes Qualitätslabor für Abstammungsanalysen - bj-diagnostik GmbH