Robert Koch – und die Anfänge der Medizinethik

Robert Koch ist zu Recht ein gefeierter Mediziner und Nobelpreisträger, der großes im Rahmen der Bekämpfung von Infektionskrankheiten, wie der Tuberkulose, geleistet hat und als Mitbegründer der modernen Mikrobiologie gilt. Sein Kampf galt Bakterien und Infektionen. In Deutschland ist das renommierte Robert Koch Institut nach ihm benannt, dem auch die Richtlinienkompetenz bei der Regelung von Vaterschaftstests obliegt. Weniger beachtet ist, dass Robert Koch auch der erste moderne Mediziner war, der seine wissenschaftlichen Erfolge in großem Umfang wirtschaftlich nutzen wollte und der durch umstrittene Forschungen in Ostafrika für frühe Diskussionen zur Ethik in der Medizin sorgte.

Robert Kochs Forschung über Tuberkulose, Cholera und Malaria

Für die Isolierung des Tuberkuloseerregers erhielt Robert Koch 1905 den Nobelpreis. Er wies ebenso erfolgreich den Erreger der sowohl in Deutschland als auch in den deutschen Kolonien grassierenden Cholera nach und widmete sich deren Bekämpfung. Des Weiteren machte er sich verdient um neue Forschungsansätze bei Malaria. Seine medizinischen Erfolge werden jedoch überschattet von Kochs Versuch, großen privaten Gewinn aus einem sich als wirkungslos oder sogar schädlich erweisenden Mittel, dem sogenannten Tuberkulin, zu schlagen. Dies scheiterte letztlich am Widerstand ärztlicher Kollegen angesichts ausbleibender Heilungserfolge und problematischer Therapieverläufe.

Robert Kochs Forschung in Afrika über die Schlafkrankheit

Auf der Suche nach weiteren wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolgen stellte sich Koch schließlich in den Dienst der deutschen Kolonialmacht und erforschte in Afrika ab 1905 die sogenannte Schlafkrankheit. An Erkranken erprobte er das arsenhaltige Mittel Atoxyl, das schwere Nebenwirkungen, vor allem Erblindung, verursachte, aber keinen Therapieerfolg brachte. Bereits seit 1900 waren in Deutschland medizinische Versuche ohne Einwilligung der Patienten verboten, so wichen viele deutsche und andere europäische Mediziner auf die Kolonialgebiete aus.

Da die Kranken nicht therapiert werden konnten, Koch sich aber durch ihre Behandlung mit Atoxyl eine Eindämmung der Ansteckungsgefahr in der nicht erkrankten Bevölkerung versprach, wurden Lager mit an der Schlafkrankheit erkrankten Menschen eingerichtet, in denen diese behandelt wurden, unabhängig davon, ob sie dies wünschten oder nicht. Manche Berichte sprechen von Konzentrationslagern. Die Nebenwirkungen waren so schwer, dass viele Patienten flohen. Dank einer entsprechenden Veröffentlichung in einer medizinischen Wochenzeitung wurde dieser Praxis Jahre später ein Ende bereitet.

Robert Kochs selektiver Ruhm

Nach Robert Koch ist in Deutschland das renommierte Robert Koch Institut benannt, das in vielen medizinischen Bereichen und verwandten Disziplinen die Überwachungs- und Richtlinienkompetenz inne hat, so auch im Rahmen des Gendiagnostikgesetzes, das unter anderem die Durchführung von Vaterschaftstests regelt. Somit ist der Name Kochs und seine Errungenschaften in Deutschland jedem bekannt. Die meisten Abhandlungen über Robert Koch verschweigen die umstrittenen Kapitel seiner sonst verdienstvollen Karriere jedoch, so auch die Webseite des in Deutschland nach ihm benannten Institutes.

Quellen:
- Hörfunkbeitrag in: Hessischer Rundfunk, hr2-kultur, Donnerstag, 27.05.2010, 08:30 Uhr
- Süddeutsche Zeitung, „100. Todestag von Robert Koch, Jagd auf Mikroben“, 27.05.2010
- Wikipedia.de, Eintrag zu: Robert Koch, Stand 12.03.2012

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