Vaterschaftstest auch für den nicht-rechtlichen biologischen Vater?

Göttingen, den 15.09.2011: Mit Spannung haben viele nicht-verheiratete Väter, die (vermutlich) Kinder mit Frauen haben, die mit anderen Männern verheiratet sind, zum Europäischen Gerichtshof geschaut. Dieser hat heute im Fall eines deutschen Vaters entschieden, der mittels Vaterschaftstest prüfen lassen möchte, ob er der leibliche Vater eines Kindes ist, dass während seiner Beziehung mit einer verheirateten Frau gezeugt wurde.

Vaterschaftstest für rechtlichen Vater

Rechtlich wird ein in einer Ehe geborenes Kind immer dem Ehemann zugeordnet, sofern dieser die Vaterschaft anerkennt. Der Ehemann übernimmt die rechtliche Vaterschaft für das Kind und hat somit auch das Recht, einen Vaterschaftstest durchführen zu lassen. Dieses wurde erst im 2008 verabschiedeten „Gesetz zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren“ geregelt, welches dem rechtlichen Vater, der Mutter und dem Kind das Recht auf Einwilligung der anderen Beteiligten in eine Abstammungsanalyse außerhalb eines Gerichtsverfahrens zubilligt. Auch dieses Recht hatte ein deutscher Vater vor dem Bundesverfassungsgericht erstritten.

Der im aktuellen Fall nicht-verheiratete potentielle Vater, der keine rechtliche Beziehung zum Kind erlangen konnte, hat dagegen auch nach dieser Gesetzesnovelle keine Handhabe, eine Vaterschaftsfeststellung legal vorzunehmen und bleibt machtlos.

Vaterschaftstest für leiblichen Vater

Schon häufiger hat der Europäische Gerichtshof im Sinne der Klagen deutscher Väter entschieden. So hat das Gericht im Dezember 2010 entscheiden, dass auch der leibliche Vater eines Kindes ein Umgangsrecht hat und ihm dieses nicht verwehrt werden kann, weil alleine die Mutter oder auch der rechtliche Vater damit nicht einverstanden sind. Damit kritisierte der EU-Gerichtshof die deutsche Rechtspraxis, leiblichen Vätern den Umgang in vielen Fällen nicht zu gewähren, wenn das betroffene Kind in einer intakten Familie mit seinem rechtlichem Vater lebt.

Auch heute hat das Gericht im Sinne des Klägers entschieden und deutsche Familiengerichte darauf hingewiesen, dass Einzelfälle genau betrachtet werden müssen und nicht pauschal die rechtliche intakte Familie dem Menschenrecht des Vaters sowie des Kindes auf Kenntnis der Abstammung vorangestellt werden können. Der deutsche Vater hat nun Aussicht auf Umgang mit seinem Kind - sobald ein Vaterschaftstest bewiesen hat, dass er tatsächlich der biologische Erzeuger des Kindes ist.

Es ist bedauerlich, dass die gesellschaftliche Realität in vielen Fällen erst über jahrelange Gerichtsklagen betroffener Väter Einzug in die deutsche Rechtsprechung hält.

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