Vaterschaftstest Labor und Qualität: Wie finde ich den richtigen Anbieter?

Im Gendiagnostikgesetz wurden 2010 die Qualitätsanforderungen an Labore definiert, die DNA-Vaterschaftstests durchführen. Ebenso wurde festgelegt, wer berechtigt ist, Vaterschaftsgutachten zu erstellen. Frühere (rechtlich nicht verbindliche) Richtlinien, wie die der Bundesärztekammer sind damit durch Vorschriften mit Gesetzeskraft ersetzt worden. Daneben regelt das Gendiagnostikgesetz, dass sowohl Naturwissenschaftler als auch Ärzte zur Durchführung entsprechender DNA-Analysen berechtigt sind.

Die Richtlinie für die Erstattung von Abstammungsgutachten aus 2002 wurde häufig als verbindliches Qualitätsmerkmal von medizinisch orientierten Laboren herangeführt. Neben notwendigen Maßnahmen für die Erstellung eines Abstammungsgutachtens - bei der es sich keineswegs um eine medizinische Leistung handelt - wurden im Laufe der Zeit aber Inhalte der Richtlinie durch die stete Weiterentwicklung der DNA-Analyse sowie durch die qualitätssichernden Vorschriften des Gendiagnostikgesetzes überholt.

Labor und Qualität

Einzige Qualitätskriterien für die Auswahl eines Labors durch private Auftraggeber, sei es für private, amtliche oder gerichtliche Abstammungsgutachten, sind daher

a) das gesetzliche vorgeschriebene Qualitätsmanagement des Labors nach DIN EN ISO 17025 (Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH, kurz DAkkS) und
b) die Qualifikation des Sachverständigen.

Freie Qualitätssiegel

Alle anderen Qualitäts- und Qualifikationssiegel werden von privatwirtschaftlichen Vereinigungen oder Interessenvertretungen von Berufsständen vergeben und sollten von Kunden kritisch hinterfragt werden. Sie dienen der Promotion der eigenen Vorstellungen, treffen aber keine Aussage über das tatsächliche Qualifikationsniveau und vor allem nicht über deren gesetzliche Verbindlichkeit.

Konnten spezialisierte Sachverständige noch vor wenigen Jahren vierstellige Summen für gerichtsverwendbare Gutachten erzielen, so sind gerichtlich anerkannte Vaterschaftstests heute schon für um die 300 Euro durchführbar. Die Entwicklung der modernen DNA-Analyse, die Verbreitung entsprechender Qualifikationen und die gesetzlichen Regelungen zur Liberalisierung der Abstammungsgutachten haben zu einer steigenden Konkurrenz von immer mehr Anbietern und einem entsprechenden Verfall der Preise geführt. Und damit zu entsprechender Öffentlichkeitsarbeit und Werbung verschiedener Organisationen, was auch das Erstellen eigener Qualitätssiegel beinhaltet, die dem Kunden die Einhaltung besonderer, notwendiger Qualitätsmaßnahmen verspricht.

So kann man in verschiedenen Qualitätsrichtlinien lesen, dass sich die Labore an die Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes halten. Die Einhaltung von Gesetzen, die für alle deutschen Unternehmen verbindlich sind, kann man jedoch kaum als besonderes Qualitätsmerkmal verstehen. Andere Qualitätssiegel zielen auf die Einhaltung einer bestimmten Ausbildung ab. Aber auch dies macht in der modernen Naturwissenschaft keinen Sinn. Je nach Spezialisierung sind sowohl Mediziner, Biologen, Chemiker, Humangenetiker als auch andere naturwissenschaftlich Ausgebildete in der Lage, DNA-Analysen und Abstammungsgutachten durchzuführen. Universitäten und Kriminalämter weltweit stellen auf die Qualifikation der Person, nicht auf den Namen der absolvierten Ausbildung ab. Dies wäre so, als würde man von einer Person, die eine Alarmanlage für ein Haus entwickeln soll (was Kenntnisse in der Elektronik voraussetzt), verlangen, dass sie ein Hochschulstudium im Bauingenieurwesen absolviert haben muss.

Qualifikation des freien Abstammungssachverständigen

Zur Qualifikation des Sachverständigen sagt das Gendiagnostikgesetz (kurz GenDG): „Genetische Untersuchungen zur Klärung der Abstammung dürfen nur durch Ärztinnen oder Ärzte oder durch auf dem Gebiet der Abstammungsbegutachtung erfahrene nichtärztliche Sachverständige mit abgeschlossener naturwissenschaftlicher Hochschulausbildung vorgenommen werden.“ Die ebenfalls im Rahmen des GenDG berufene Gendiagnostikkommission ist damit beauftragt, die Qualifikationsanforderungen näher und verbindlich zu bestimmen.

Als Auftraggeber für einen Vaterschaftstest sollte man bei der Auswahl des Labors darauf achten, wie lange der Sachverständige schon Gutachten erstellt, ob er über die entsprechende naturwissenschaftliche Hochschulausbildung verfügt und regelmäßig an Weiterbildungen teilnimmt. Ein Qualitätsmerkmal kann sein, ob das Labor neben einfachen Vaterschaftstests für Vater/Mutter/Kind weitergehende Dienstleistungen anbietet, wie komplexe Verwandtschaftsanalysen (Geschwistertest). Manche Internetanbieter verfügen nicht über ein eigenes Labor und keine eigene Expertise, sondern lassen Laborarbeiten und Gutachten, insbesondere bei komplexen Fällen, extern erstellen. Dabei ist es theoretisch sogar denkbar, dass das Akkreditierungssiegel eines externen Labors verwendet wird.

Letztlich unterliegen nur deutsche Labore sowie in Deutschland ansässige Kunden den Vorschriften des GenDG, Labore im europäischen Ausland müssen sich nicht an die deutschen Qualitätsvorgaben halten. Dies ist bei der Beauftragung dieser Labore zu beachten, neben der Tatsache, dass der deutsche Auftraggeber sich strafbar macht, beauftragt er einen Vaterschaftstest ohne entsprechend gesetzlich vorgeschriebene Einwilligung nach GenDG im Ausland.

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Vaterschaftstest: Akkreditiertes Qualitätslabor für Abstammungsanalysen - bj-diagnostik GmbH