Vaterschaftstest mit Salvador Dalí

Der DNA-Vaterschaftstest ist in unserer Gesellschaft ein allgemein bekanntes und akzeptiertes Werkzeug zur Feststellung von verwandtschaftlichen Zusammenhängen geworden. Zwar müssen wir in unserer täglichen Arbeit immer wieder feststellen, dass es viele Mythen und falsche Informationen zu diesem Thema gibt, doch dass man die Vaterschaft grundsätzlich mittels DNA-Analyse feststellen lassen kann, weiß heutzutage fast jeder.

Gerade die TV-Talkshows mit Arabella Kiesbauer, Oliver Geißen und vor allem Britt Hagedorn haben das Thema in der Vergangenheit populär gemacht. Und so wundert es nicht, dass auch immer mehr Prominente sich für einen solchen Test entscheiden und das teilweise auch öffentlich bekanntmachen.

Im November des letzten Jahres berichtete die spanische Zeitung „El Mundo“ jedoch über einen eher außergewöhnlichen Fall. Der bereits seit 28 Jahren verstorbene Surrealismus-Künstler Salvador Dalí soll an einem Vaterschaftstest teilnehmen. Zunächst wurde ermittelt, ob Haut und Haare von seiner Totenmaske ausreichend DNA enthalten, um damit das Analyseverfahren durchzuführen. Da das zuständige rechtsmedizinische Institut mit dieser Methode jedoch keinen Erfolg hatte, ordnete das Gericht gestern seine Exhumierung an (Quelle wiederum: „El Mundo“). Demnach wird das Institut von der Leiche Gewebe entnehmen und versuchen, damit Dalís genetischen Fingerabdruck zu ermitteln.

Aus fachlicher Sicht ist der Fall kein besonderer

Dass das funktionieren kann, steht außer Frage. Mithilfe der modernen Methoden der DNA-Extraktion und –Analyse wurden bereits genetische Fingerabdrücke von wesentlich älterem Gewebe ermittelt. Als Beispiel können die Skelettfunde in der Lichtensteinhöhle im Harz dienen. Bei diesen menschlichen Überresten aus der Bronzezeit konnten inzwischen erfolgreich verschiedene DNA-analytische Untersuchungen durchgeführt werden. Unter anderem wurde dabei auch der Familienstammbaum der dort gefundenen Individuen dargestellt. Darüber hinaus stellte das Anthropologische Institut der Universität Göttingen auch einen verwandtschaftlichen Zusammenhang zu heute im Harz lebenden Personen her.

Dagegen erscheint der hier vorliegende Fall Dalí wissenschaftlich eher trivial. Zwar ist der Erhalt der DNA von mehreren Faktoren abhängig, da seine Leiche aber auf seinen eigenen Wunsch hin einbalsamiert und somit mumifiziert wurde, dürften sich sowohl seine Knochen als auch die darin enthaltene DNA in einem relativ guten Zustand befinden - gut genug, um einen genetischen Fingerabdruck zu erstellen, der dann seinerseits für einen Vergleich mit der DNA der Klägerin, seiner vermeintlichen Tochter, verwendet werden kann. Diese behauptet bereits seit 2007 öffentlich, seine uneheliche Tochter zu sein und ist schließlich mit den entsprechenden Erbschaftsforderungen 2015 vor Gericht gegangen.

Die Vaterschaft stünde im Widerspruch zu dem Bild, das Dalí von sich selbst entwarf

Und genau hier wird der Fall interessant. Salvador Dalí hat nämlich offiziell keine Kinder hinterlassen, behauptete sogar, er sei impotent (Süddeutsche Zeitung) und habe eine Vagina-Phobie (Stern). Darüber hinaus redete er von seiner Ehefrau Gala immer als seiner Muse und hob sie somit auf einen hohen Sockel. Auch nahm er einige Strapazen auf sich, um sie überhaupt heiraten zu können. Der Zeugungszeitpunkt der Frau, die nun behauptet, seine Tochter zu sein, fällt aber genau in den Zeitraum vor seiner Hochzeit. Im Klartext: Sollten die Behauptungen der Klägerin wahr und sie somit Salvadors Dalís uneheliche Tochter sein, könnte das das von ihm selbst entworfene Bild seiner Persönlichkeit beschädigen.

Für seine Tochter würde eine Vaterschaftsfeststellung jedoch einen großen, vor allem auch finanziellen, Gewinn bedeuten. Das Erbe, das bei Dalís Tod an den spanischen Staat und die Stiftung „Foundación Gala-Salvador Dalí“ ging, stünde nachträglich seiner Tochter zu, zumindest der gesetzliche Pflichtanteil. Und auch die Rechte an seinen künstlerischen Werken könnten ihr zugesprochen werden, ebenso wie das Recht, seinen Namen zu tragen.

Für den 18. September 2017 hat das Gericht alle Beteiligten zum Prozess über das Ergebnis und die Folgen dieses Vaterschaftstests eingeladen. Die bj-diagnostik GmbH wird die Entwicklungen in diesem Prozess verfolgen und weiterhin davon berichten.

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