Vaterschaftstest und 5 Jahre Gendiagnostikgesetz

Das „Gesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen“ ist im Februar 2010 in Kraft getreten und im Februar 2015 fünf Jahre alt geworden. Der Abschnitt 3 des kurz Gendiagnostikgesetz oder GenDG genannten Gesetzes beschäftigt sich ausdrücklich mit genetischen Untersuchungen zur Klärung der Abstammung.  Was hat sich seitdem bei DNA-Vaterschaftstests geändert?

Kein Vaterschaftstest ohne Einwilligung

Väter, die in an ihrer Vaterschaft zweifeln, können keinen Vaterschaftstest ohne Einwilligung der Kindsmutter beauftragen, sofern ein minderjähriges Kind betroffen ist. Dies war die für Abstammungsgutachten zentrale Aussage des Gendiagnostikgesetzes. Um das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Minderjährigen zu schützen, müssen alle Sorgeberechtigten des Kindes einwilligen.

Der heimliche Vaterschaftstest, ohne Wissen oder Zustimmung der Mutter, hatte unter anderem aufgrund von gerichtlichen Klagen betroffener Väter, bis hin zum Bundesverfassungsgericht, für Aufmerksamkeit in den Medien gesorgt. 2007 stellte das Bundesverfassungsgericht klar, dass Männer nicht nur das Recht auf Kenntnis der Abstammung ihres Kindes haben, sondern der Gesetzgeber auch ein Verfahren ermöglichen muss, um dieses Recht tatsächlich wahrnehmen zu können. Seit 2008 haben daher rechtliche Väter, die Kindsmutter sowie das Kind selbst einen Anspruch auf die Einwilligung in einen Abstammungstest durch die jeweils anderen Familienmitglieder. Fehlende Einwilligungen können vor einem Familiengericht eingeklagt werden.

Richtlinien der Gendiagnostik-Kommission

Neben Anforderungen an die Qualifikation der Gutachter sowie der Akkreditierungspflicht für Labore, die DNA-Analysen für Vaterschaftstests durchführen, rief das Gendiagnostikgesetz die Gendiagnostik-Kommission, kurz GeKo, am Robert Koch Institut ins Leben. Diese ist damit betraut Richtlinien zum Beispiel für die Durchführung genetischer Analysen zu erstellen.

In einer im Juli 2012 in Kraft getretenen Richtlinie wurde klargestellt, dass die zur DNA-Analyse für einen Vaterschaftstest erforderlichen Proben (normalerweise Mundschleimhautabstriche) nicht durch die Testpersonen selbst (zum Beispiel Vater, Mutter, Kind) genommen werden dürfen, sondern dass die Probenahme durch einen unabhängigen, den Testpersonen nicht nahestehenden Zeugen bezeugt und dokumentiert werden muss. Hierdurch hat sich für die Auftraggeber privater, nicht behördlich oder gerichtlich veranlasster Vaterschaftsgutachten, die zusätzliche Anforderung ergeben, das beauftragte Labor oder alternativ einen Arzt, das Gesundheitsamt oder das Jugendamt aufzusuchen. Damit soll nicht nur für Abstammungsgutachten, die für Behörden oder Gerichte durchgeführt werden, sondern auch für private Vaterschaftsgutachten eine manipulationsfreie Beweiskette sichergestellt werden.

Vaterschaftstest: Genetische Untersuchung oder DNA-Analyse?

Aus wissenschaftlicher Sicht erschließt es sich nicht zwangsläufig, den DNA-Vaterschaftstest in einem Gesetz zu genetischen Untersuchungen zu regeln, denn bei einem DNA-Abstammungstest werden keine Gene untersucht, die Rückschlüsse auf genetische Veranlagungen, genetische Krankheiten oder Eigenschaften zulassen. Untersucht werden nur nicht-kodierende Abschnitte der DNA, die das Geschlecht der Testpersonen zeigen sowie deren genetischen Fingerabdruck ergeben (analog dem klassischen Fingerabdruck bei der forensischen Polizeiarbeit).

Im Gendiagnostikgesetz wurden jedoch medizinische genetische Untersuchungen und DNA-Analysen zum Zweck der Abstammungsuntersuchung in einem einzigen Regelwerk zusammengefasst. Dadurch entstanden bei vielen Betroffenen Unklarheiten bei der Interpretation und Anwendung der Regelungen.

Neue Richtlinien, die den Bereich Vaterschaftstest betreffen, veröffentlicht die bj-diagnostik GmbH zeitnah auf ihrer Webseite.

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