Weniger Kuckuckskinder als angenommen?

Die mögliche Zahl von Kuckuckskindern in einer Gesellschaft ist seit der breiten Verfügbarkeit des DNA Vaterschaftstest viel diskutiert. Eine neue Studie, die allerdings nur auf Basis von 971 möglichen Knochenmarkspendern beruht, setzt den Anteil von Kuckuckskindern deutlich niedriger an.

Vaterschaftstest und Zahl der Kuckuckskinder

Der Anteil von sogenannten Kuckuckskindern, das heißt von Kindern, deren vermeintlich biologischer Vater nicht ihr tatsächlicher Erzeuger ist, wird von unterschiedlichen Studien sehr unterschiedlich hoch eingestuft. In einer Dissertation, vorgelegt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf aus April 2011 wird nun eine neue Untersuchung vorgestellt, die die Nicht-Vaterschaftsrate deutlich niedriger einschätzt (1).

In der Dissertation wird dargelegt, dass die Bevölkerung dazu neigt, den Anteil der Kuckuckskinder höher anzusetzen als er tatsächlich ist. So habe eine Befragung in Österreich ein Ergebnis von rund 12 Prozent im Durchschnitt zur Einschätzung der Nichtvaterschaftsrate durch befragte Männer und Frauen ergeben (2).

Auf Basis der hitzigen, politischen Diskussion des modernen Vaterschaftstests in Deutschland mit dem Verbot des sogenannten heimlichen DNA-Tests durch das Gendiagnostikgesetz, kann man annehmen, dass auch in Deutschland die Rate von Kuckuckskindern hoch eingeschätzt wird.

Studien zur Zahl der Kuckuckskinder

Empirische, nationale und internationale Studien der Vergangenheit zeigen unterschiedlichste Ergebnisse zur Rate der Nichtvaterschaft. Die Rate der Kuckuckskinder liegt zwischen 1,7% und 29,8%, abhängig von der Datenbasis für die jeweilige Studie (3). So ermittelte eine Studie der American Association of Blood Banks (AABB) eine Nichtvaterschaftsrate von rund 26%. Allerdings untersuchte diese Studie die Ausschlussrate bei bereits durchgeführten Vaterschaftstests, ermittelte die Nichtvaterschaftsrate also auf Grundlage von Fällen, bei denen bereits ein starker Anfangszweifel an der Vaterschaft bestand (3).

Die vorliegende Studie auf Basis eines Knochenmarkspenderegisters ermittelt bei insgesamt 971 Personen aus 454 unterschiedlichen Familien in den entsprechenden Mutter-Vater-Kind-Untersuchungen eine Nichtvaterschaftsrate von nur rund 1% (4).

Sie untermauert damit den Eindruck, dass im Rahmen der geführten öffentlichen Diskussion um das Persönlichkeitsrecht eines Kindes gegenüber dem Recht des rechtlichen Vaters zu wissen, ob das rechtliche Kind auch das biologische ist, die Zahl der tatsächlichen Kuckuckskinder häufig überschätzt wurde und wird. Für den einzelnen Betroffenen wird jedoch auch eine deutlich niedrigere Rate von Kuckuckskindern in der Gesellschaft die persönliche Ungewissheit nicht mildern.

(1) Quelle:
Michael Wolf, Untreue in Partnerschaften: Zur Prävalenz von Nichtvaterschaften und zur Messung von Eifersucht, Dissertation, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, April 2011
(2) dto., Seite 6-7 (Einleitung)
(3) dto., Seite 8-9
(4) dto., Seite 13-15

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