Wieder mehr Studierende und Absolventen in den Naturwissenschaften?

Mit guten Erfolgsquoten beim Studienabschluss und steigenden Absolventenzahlen in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern veröffentlicht das Statistische Bundesamt positive Zahlen für die deutschen Hochschulen. Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes schlossen in Deutschland im Prüfungsjahr 2008 circa 73 Prozent der Studierenden, die im Jahr 1999 ihr Erststudium aufgenommen hatten, dieses erfolgreich ab. Weitere Details bieten die Veröffentlichungen "Hochschulstandort 2009" und "Hochschulen auf einen Blick", die auf der Webseite von Destatis kostenlos zum Download zur Verfügung stehen.

Die Erfolgsquote an deutschen Hochschulen

Die Erfolgsquote liegt bei den mathematischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen mit circa 66 Prozent etwas niedriger als zum Beispiel in der Humanmedizin mit circa 87 Prozent oder bei Recht, Wirtschaft und Sozialwissenschaften mit circa 73 Prozent. Die Erfolgsquoten von Frauen sind dabei immer leicht besser als die von männlichen Studierenden, außer in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften, Humanmedizin mit anderen Studiengängen des Gesundheitswesens sowie den Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, wo die weiblichen Studierenden leicht unter oder gleichauf mit ihren männlichen Kommilitonen liegen.

Der Vergleich mit den Ländern der OECD

Die positiven Erfolgsquoten täuschen nicht darüber hinweg, dass die Absolventenquote an Hochschulen in Deutschland mit 21 Prozent deutlich unter dem OECD-Mittel von 27 Prozent liegt (Zahlen aus 2006, oecd.org).

Dies betrifft gerade den wirtschaftlich bedeutsamen Bereich der technisch Hochqualifizierten. Obwohl der Anteil der Studierenden an naturwissenschaftlich-technischen Fächern in Deutschland vergleichsweise hoch ist, führt die geringe Absolventenquote in Deutschland dazu, dass Hochqualifizierte im Bereich Naturwissenschaften und technischen Fächern unter der Erwerbstätigen unterrepräsentiert sind. In Deutschland kommen auf 100.000 Erwerbstätige im Alter von 25 bis 34 Jahre 1.423 Hochqualifizierte in diesen Fächern, während der OECD-Schnitt bei 1.649 liegt (Zahlen aus 2006, oecd.org).

Steigende Absolventenzahlen in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern

Vor diesem Hintergrund meldet das Statistische Bundesamt steigende Absolventenzahlen in den technischen Bereichen. Die Zahl der Absolventen in den naturwissenschaftlichen-technischen Fächern hat mit 102.400 im Frühjahr 2008 einen Höchststand erreicht. Ob diese positive Entwicklung der Absolventenzahlen in den oft unter dem Akronym MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zusammengefassten naturwissenschaftlichen und technischen Fächern am ungünstigen Vergleich mit anderen OECD-Ländern nachhaltig etwas ändert, ist abzuwarten. Die Entwicklung ist innerhalb der Fächer sehr unterschiedlich.

Die Anzahl der Absolventen in den Ingenieurwissenschaften lag 2008 bei 48.800, wobei ihr Anteil an der Gesamtzahl der Absolventen von 22 Prozent in 1996 auf 16 Prozent in 2008 gefallen ist. Die bedeutsamsten Fächer sind Maschinenbau, Elektrotechnik, Architektur und Innenarchitektur sowie Bauingenieurwesen.

Die größte Steigerung hat der Bereich Informatik erfahren, wo es 2008 18.100 Absolventen gab, was fast eine Verdreifachung gegenüber 6.600 Absolventen in 2002 darstellt.

Der Anteil der Absolventen in den Naturwissenschaften und Mathematik ist von 1996 mit 15 Prozent auf 17 Prozent in 2008 gestiegen. Allerdings ist die Entwicklung auf einen positiven Trend in der Mathematik, weniger in den Fächern Chemie und Physik zurückzuführen, wo es 2008 nur 6100 bzw. 4500 Absolventen gab. Das Fach Biologie hat mit 10.700 Absolventen in 2008 einen Höchststand erreicht.

Im Vergleich dazu haben nach Aussage des Medizinischen Fakultätentages der Bundesrepublik Deutschland (MFT) in 2008 9.850 Absolventen ein humanmedizinisches Studium abgeschlossen.

Die immer enger werdende Verzahnung von naturwissenschaftlichen und medizinischen Themen, zum Beispiel in der DNA-Analytik oder der Gendiagnostik, wirft dabei die Frage auf, welches Studium zur Durchführung welcher beruflichen Tätigkeit berechtigt. Das jüngst in Kraft getretene Gendiagnostikgesetz hat mit der Definition eines Arztvorbehaltes für bestimmte genetische Untersuchungen bei Naturwissenschaftlern und Absolventen anderer Studiengänge des Gesundheitswesens für Kritik gesorgt. Für Vaterschaftstests ist jedoch eindeutig geregelt, dass die erfahrenen, nicht ärztlichen Sachverständigen mit naturwissenschaftlicher Hochschulausbildung weiterhin berechtigt sind, die entsprechende DNA-Analytik durchzuführen.

Die Lösung dieser interdisziplinären Problematiken kann in der Schaffung neuer Studiengänge liegen, zum Beispiel ein Aufbaustudium für forensische Molekularbiologie, zu dem sowohl Mediziner als auch Naturwissenschaftler Zutritt haben (mehr dazu im Laborjournal).

Um mehr Studierende für die Fächer der Naturwissenschaften zu begeistern und so einen Wettbewerbsnachteil Deutschlands im wichtigen Bereich der Biotechnologie zu vermeiden, müssen Berufsaussichten und Ansehen von Naturwissenschaftlern im Vergleich zu den Absolventen anderer Studiengänge verbessert werden.

Quellen:
- destatis.de
- ebm-netzwerk.de
- oecd.org

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