Wieder weniger Kinder in Deutschland

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden meldet, ist die Zahl der Geburten in Deutschland 2011 wieder zurück gegangen. Es wurden 15.000 Kinder weniger als 2010 geboren. Auch die Zahl der Sterbefälle hat sich verringert. Dennoch starben mehr Menschen als Kinder zur Welt gebracht wurden. Die bestehenden und geplanten Anreizsysteme und die Familienförderung müssen daher kritisch betrachtet werden.

Die Entwicklung der Geburtenrate in Deutschland

Im Jahr 1950 wurden in Deutschland noch über 1 Million Kinder geboren (1.116.701). 1972 sank die Zahl der Kinder erstmals unter 1 Million (901.657). Dies entspricht 1950 einer Zahl von 16,1 Kindern pro 1.000 Einwohner, während 2010 nur noch 8,3 Geburten auf 1.000 Einwohner entfielen.

Seit 1999 ist die Zahl der Geburten im Vergleich zum Vorjahr nur im Jahr 2007 gestiegen; alle anderen Jahre verzeichnen Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr. So wurden 2011 nach vorläufigen Zahlen von Destatis 662.712 Kinder und damit 15.000 Kinder weniger als 2010 geboren und das trotz seit Jahren steigender staatlicher Familienförderung.

Vaterschaft und Mutterschaft in Deutschland geht zurück – trotz zunehmender staatlicher Förderung

Immerhin unterstützt der deutsche Staat Mütter und Väter, die vor der Geburt eines Kindes 2010 erwerbstätig waren, mit durchschnittlich 946 Euro Elterngeld. Dabei erhielten 62% der Mütter oder Väter das Elterngeld als Lohnersatzleistung, während 38% den Mindestbetrag von 300 Euro erhielten, da sie vor der Geburt nicht erwerbstätig waren oder der Verdienst zu niedrig war.

Die Kindergeldausgaben in Deutschland betrugen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 insgesamt 33.614.000 Euro für 8.761.000 Empfänger und Empfängerinnen. Dies ist eine deutliche Steigerung gegenüber zum Beispiel dem Jahr 2003, wo lediglich 28.880.000 Euro Kindergeld gezahlt wurden bei einer noch höheren Anzahl von Empfängern (9.118.000).

Dabei gibt Deutschland im OECD-Vergleich mit am meisten Geld für Familienförderung aus. Insgesamt entfallen 146.000 Euro an öffentlichen Ausgaben auf jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr, während der OECD-Durchschnitt bei ca. 124.000 Euro liegt.

Der Wunsch auf Vaterschaft oder Mutterschaft scheint somit nicht alleine finanziellen Gesichtspunkten zu unterliegen.

Familienförderung im OECD Vergleich

Auf ihrer Webseite veröffentlicht die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, oecd.org) ihre Studie „Doing Better for Families“ und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass familienpolitische Fördermaßnahmen ihren Erwartungen nicht gerecht werden. Es lässt sich zwar feststellen, dass Kinderarmut fällt, wenn der Staat mehr direkte Familienleistungen auszahlt, die Geburtenrate in Ländern mit geringer Geburtenzahl hingegen nicht zwangsläufig steigt, wenn staatliche Förderungen zunehmen.

Der OECD-Durchschnitt der Geburtenraten liegt bei 1,74. In Deutschland liegt die Geburtenrate 2009 bei 1,5 Kindern pro Frau und bestätigt dabei den Trend, nach dem die deutsche Geburtenrate schon seit über 30 Jahren unter dem OECD-Durchschnitt liegt. Die Geburtenrate wird statistisch auf Frauen bezogen, Väter und Vaterschaft bleiben dabei unberücksichtigt.

Deutschland ist dabei das einzige Land der OECD, dessen Steuersystem Familien mit einem Alleinverdiener (in der Regel der Vater) besser stellt als andere Familien- und Einkommensmodelle. Dies mag nicht nur die Anreize für Frauen mit Kindern auf Berufstätigkeit vermindern, sondern auch den Druck auf die Väter als alleinigen Versorger erhöhen. Dies führt insbesondere im Trennungsfall nicht selten zur finanziellen Überforderung und macht weitere staatliche Unterstützung Alleinerziehender notwendig. Darüber hinaus sinkt der Anteil des klassischen Familienmodells in der Gesellschaft.

Vor allem gut ausgebildete Frauen oder Akademikerinnen verzichten aufgrund mangelnder Kinderbetreuung, hohem Gehaltsverzicht und ungünstiger steuerlicher Anreize daher auf Kinder oder bekommen insgesamt weniger Kinder, da der Kinderwunsch nach hinten verschoben wird. Die Entscheidung für Kinder wird für Frauen leichter, wenn familienfreundliche Maßnahmen zunehmen. In Deutschland und Österreich jedoch hat sich gezeigt, dass die niedrige Geburtenrate durch weitere Familienförderung nicht erhöht werden konnte. Die neuesten Zahlen des statistischen Bundesamtes scheinen diesen Trend zu bestätigen und stellen Leistungen wie das geplante Betreuungsgeld (manchmal auch als Herdprämie diffamiert) zusätzlich in Frage.

Insgesamt plädiert die OECD-Studie dafür, sicherzustellen, dass Familienförderung vorrangig in den ersten Jahren eines Kindes geleistet wird und vor allem geringverdienenden Familien zu Gute kommt, insbesondere im Hinblick auf viele staatliche Sparmaßnahmen in europäischen Ländern. Darüber hinaus sollte mehr Wert auf die Förderung der elterlichen (insbesondere mütterlichen) Berufstätigkeit gelegt werden und Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen angeglichen werden. Dies stärkt die eigenständige wirtschaftliche Grundlage der Familien.

Quellen:
Webseite der OECD: oecd.org, Doing Better for Families
Webseite des Statistischen Bundesamtes: destatis.de

Autor: bj-diagnostik GmbH, Göttingen -
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