Negative Bewertung von DNA-Vaterschaftstests durch Ökotest im Jahr 2003

Zusammenfassung: Test von Vaterschaftstests 2003

Seit dem Jahr 2000 war der DNA-Vaterschaftstest in aller Munde und in vielen Fernsehshows. 2003 begleitete die bj-diagnostik die RTL2-Produktion „Er oder Er – wer ist der Vater?“ mit Bärbel Schäfer. Ein neuer DNA-Test, der über das ebenso neue Medium Internet vertrieben wurde, machte es vielen Menschen möglich, Zweifel an einer Vaterschaft ohne hohe Kosten zu klären. Die Tests standen in Konkurrenz zu den von gerichtlichen Sachverständigen erstellten teuren Gutachten. So versuchte man, die neu entstandene Konkurrenz zu diskreditieren.

In der Ausgabe November 2003 der Zeitschrift „Ökotest“ erschien eine durchweg schlechte Beurteilung der privaten, über das Internet anbietenden Labore, darunter auch der bj-diagnostik GmbH. In der Presse wurde über die Hintergründe der fragwürdigen Testmaßstäbe und der irreführenden Angaben bei der Beauftragung des Vaterschaftstests berichtet: Ein nicht unabhängiger Sachverständiger, der selbst ein Testlabor betrieb und Vorsitzender der „Interessengemeinschaft der Sachverständigen für Abstammungsgutachten“ war, kein Test der Labore der eigenen Interessengemeinschaft, Fehler bei der Testauswertung, vorsätzlich falsche Angaben bei der Beauftragung des DNA-Tests. 2004 rügte der deutsche Presserat die Veröffentlichung aufgrund der Verletzung journalistischer Sorgfaltspflicht.

Der neue DNA-Vaterschaftstest

Der neu entwickelte, wissenschaftliche DNA-Test, der zudem über das neue Medium Internet direkt an Endkunden vertrieben wurde, wurde zu einer Bedrohung der Einkünfte bisheriger Sachverständiger für Vaterschaftsgutachten. Freie Firmen entwickelten private Abstammungstests, die für wenige hundert Euro verfügbar wurden. Die bis zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich über Gerichte angeordneten Tests verursachten dagegen Kosten im vierstelligen Bereich und waren für die anbietenden Gutachter ein lukratives Geschäft.

Stattdessen sprach die Presse vom lukrativen Geschäft der Privatlabore beim DNA-Vaterschaftstest, der aufgrund der starken Konkurrenz und der sinkenden Preise für molekularbiologische Untersuchungen wenig gewinnbringend war. Für private Labore war und ist der Abstammungstest kein lukratives Geschäft - nur in der Presse wird dieser Mythos gelebt.

So stellte man Anfang des Jahrtausends die DNA-Technologie und mit ihr die Qualität der Labore und Existenzgründer, die sie anboten, in Frage und vermittelte dem Verbraucher ein schlechtes Bild deutscher Labore.

Ökotest testet DNA-Vaterschaftstest schlecht: bj-diagnostik seriös?

In der Ausgabe November 2003 der Testzeitschrift erschien eine durchweg schlechte Bewertung der privaten, über das Internet anbietenden Labore, darunter auch der bj-diagnostik, damals mit Sitz im Gründerzentrum der mittelhessischen Stadt Gießen. Die privaten Labore wurden fast ausnahmslos mit „ungenügend“ bewertet und als nicht seriös bezeichnet. Basis für den Test war nicht die wissenschaftliche Qualitätskontrolle, sondern die Vorverurteilung von privaten Laboren, die sich nicht an die moralischen Vorgaben der Richtlinien der Ärztekammer gebunden fühlten.

Die Hintergründe der fragwürdigen Testmaßstäbe sowie der irreführenden Angaben bei der Beauftragung des Vaterschaftstests gingen durch die Presse. Über die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Hintergründe berichteten im März 2004:

So war der von der Testzeitschrift beauftragte Sachverständige, Dr. Jürgen Henke, selbst Betreiber eines Testlabors und Vorsitzender der „Interessengemeinschaft der Sachverständigen für Abstammungsgutachten“. Er war kein unabhängiger Tester, sondern stand in Konkurrenz zu den bewerteten Laboren und soll bei der Auswertung der Gutachten Fehler gemacht haben. Bei der Beauftragung wurden vorsätzlich unwahre Angaben gemacht. Es wurden Proben von zwei Brüdern eingereicht, die dem Labor als möglicher Vater und Sohn vorgespielt wurden. Chemische oder medizinische Laboranalytik folgt dem Grundsatz, dass nur gefunden werden kann, was auch gesucht wird. In einer chemischen Analyse, in der Elemente zum Beispiel  aus der 2. Hauptgruppe zu bestimmen sind, würde man nicht nach Uran suchen. Die Analyse- oder Berechnungsmethode richtet sich nach der Aufgabenstellung. Alles andere ist weder wissenschaftlich noch ökonomisch sinnvoll. Herr Henke hat damit die zu testenden Labor aufs Glatteis geführt und sich damit selbst diskreditiert. Gute wissenschaftliche und akademische Praxis ist dies nicht.

Die bj-diagnostik GmbH bat damals den Chefredakteur des Ökotests, den Auftraggeber der fingierten DNA-Analyse, auch eine Probe der Mutter einzusenden, um den Fall weiter zu untersuchen, um ein klares Ergebnis der Abstammungsuntersuchung zu bestimmen. Dies ist ein ganz normaler Vorgang, wenn die Frage der Abstammung knifflig ist, um die Datenbasis zu vergrößern. bj-diagnostik erhielt auf die Nachfrage nach einer Probe der Mutter jedoch keine Antwort, denn mit der Untersuchung einer Probe der Mutter wäre die Bruderschaft der Testpersonen aufgefallen.

Darüber hinaus hat Herr Henke die angegebenen Wahrscheinlichkeitswerte der Vaterschaft nachrechnen wollen, was er aber nicht konnte, da er die vom jeweiligen Labor verwendeten Allelfrequenzwerte nicht kennen konnte. Schlampig waren eher nicht die untersuchten Labore, sondern der Ökotest-Bericht. Letztlich rügte 2004 sogar der deutsche Presserat die entsprechende Veröffentlichung von Ökotest wegen Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht.

Keines der zur zugangsbeschränkten Interessengemeinschaft angehörenden Labore der eingesessenen Gutachter wurde in den Qualitätstest einbezogen. Nur eines fand sich über Umwege im Kreis der bewerteten Labore wieder und erhielt ebenfalls die Bewertung „ungenügend“.

Die Berichterstattung gibt auch mehr als 10 Jahre später im Jahr 2015 noch einen Einblick in nach außen abgeschottete wirtschaftliche Interessen und deren Bedrohung durch naturwissenschaftliche Neuerungen oder neuentwickelte Internet- und Computerdienste. Ähnliche Diskussionen sehen wir heute bei Diensten wie Uber oder Airbnb, bei denen der Verbraucherschutz im Vordergrund stehen sollte, nicht selten aber wirtschaftliche Interessen betroffen sind.

Entwicklung der Bewertung von und Erfahrung mit DNA-Vaterschaftstests

Für die in vielen Fällen von jungen Naturwissenschaftlern aufgebauten Labore, oft als Existenzgründungen aus deutschen Universitäten heraus, war der Ökotest-Artikel ein Schock. Der gute Ruf einer ganzen Branche stand auf dem Spiel. Noch heute, mehr als 10 Jahre nach Erscheinen des Ökotest-Artikels listet die Internet-Suche das vernichtende Urteil in prominenter Position. Denn auch heute gibt es unterschwellige Zweifel an der Qualität des „Vaterschaftstest aus dem Internet“ und damit die Suche nach Erfahrungen, die Kunden damit machen.

Dennoch ist jede Publicity kostenlose Werbung für eine Branche, die in den Kinderschuhen steckt, auch negative Publicity. Die Nachfrage nach privaten DNA-Vaterschaftstests stieg nach dem Ökotest-Artikel sprunghaft an, da dieser der relativ jungen DNA-Analyse erst zu großer Bekanntheit verhalf.

Qualität und Akkreditierung

Die fehlgeleitete Diskussion zu Beginn des Jahrhunderts trug jedoch nicht unerheblich dazu bei, dass die Durchführung von Vaterschaftstest in Deutschland eingeschränkt wurde und mit dem Gendiagnostikgesetz bürokratische Hürden für Kunden und Labore aufgebaut wurden. Ausländische Labore werben heute mit dem Verzicht auf die in Deutschland erforderliche ausufernde Bürokratie. Die Leidtragenden sind die betroffenen Kinder, Väter und Mütter in Deutschland.

Mit dem Gendiagnostikgesetz erzwangen die Gegner des allgemein verfügbaren Vaterschaftstests schließlich die Akkreditierungspflicht für alle Labore, die DNA-Abstammungstests anbieten (ähnliche Vorgaben gibt es nur im Bereich Trinkwasseruntersuchungen). Heute sind alle privaten Labore, so auch die bj-diagnostik GmbH, durch die Deutsche Akkreditierungsbehörde überwacht und akkreditiert. Die Fachlabore erhalten somit das offizielle Qualitätssiegel und das Prädikat „seriös“. In letzter Konsequenz bedeuten die permanent wachsenden Auflagen für deutsche DNA-Analyselabore, dass die Kunden für Vaterschaftstests auf Angebote ausländischer Firmen ausweichen, die leicht über das Internet zu finden sind. Die Preise verfallen, während die Kosten in deutschen Laboren aufgrund der behördlichen Auflagen steigen. Die Branche ist in Deutschland voraussichtlich nicht zukunftsfähig.

Weder negative Presse, Gendiagnostikgesetz noch Akkreditierungspflicht konnten den Siegeszug des außergerichtlichen DNA-Vaterschaftstests aufhalten. Heute ist selbst ein gerichtlich anerkannter oder angeordneter Test für wenige hundert Euro verfügbar und damit zu einem Bruchteil des Preises, der noch vor wenigen Jahren fällig war. Wer den gerichtlichen Weg scheut, kann legal und privat im Einvernehmen mit allen Parteien die familiären Abstammungsfragen klären.

Quellennachweis:

  • Süddeutsche Zeitung, Nr. 59, Donnerstag, 11. März 2004, Winfried Köppelle: „Gutachter in eigener Sache“
  • Laborjournal, 03/2004: „Den Bock zum Gärtner gemacht“

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