FAQ zu den gesetzlichen Anforderungen beim Vaterschaftstest

Kann der Vaterschaftstest privat beauftragt werden?

Ja, privat in Auftrag gegebene Vaterschaftstest sind in Deutschland explizit gesetzlich zugelassen, wenn die Einwilligung aller sorgeberechtigten Personen bei minderjährigen Kindern vorliegt (siehe auch BGB 1598a, wonach jedem in der Familie das Recht auf Einwilligung in einen Abstammungstest zusteht).  Wird ein Mann von der Kindsmutter als möglicher Vater beim Jugendamt angegeben, kann dieser ebenfalls privat einen außergerichtlichen Vaterschaftstest in Auftrag geben.
 

Benötige ich für den Vaterschaftstest die Einwilligung der Mutter / des Vaters?

Ja, ohne schriftliche Einwilligung aller Sorgeberechtigter bzw. gesetzlichen Vertreter (Vormund) des minderjährigen Kindes ist kein Vaterschaftstest möglich. Selbstverständlich muss auch die Einwilligung der Mutter schriftlich erteilt werden, wenn die Mutter selbst keine Probe für die Analyse abgibt. Der deutsche Gesetzgeber möchte so verhindern, dass DNA von Testpersonen "heimlich" gewonnen wird (zum Beispiel über Schnuller), um den Vaterschaftstest heimlich durchzuführen.
 
Der Gesetzgeber räumt rechtlichem Vater, Mutter und Kind das Recht auf die Einwilligung der jeweils anderen Personen ein; dieses Recht kann bei Verweigerung durch ein Familiengericht durchgesetzt werden. Lassen Sie sich hierzu ggf. durch einen Rechtsanwalt oder Ihr Jugendamt beraten. 
 
Volljährige Kinder benötigen die Einwilligung der Mutter nicht, wenn sie einen Vaterschaftstest gemeinsam mit dem Vater durchführen wollen. 
 
Sind Vater und / oder Mutter des zu untersuchenden Kindes selbst minderjährig, ist zusätzlich die schriftliche Einwilligung beider Sorgeberechtigter (ggf. Vormund) der minderjährigen Mutter bzw. des minderjährigen Vaters erforderlich. Achten Sie beim Ausfüllen der Unterlagen auf klare Angaben, um eine Auftragsbearbeitung ohne Verzögerung zu gewährleisten.
 
Grundsätzlich ist die Untersuchung einer Probe nur mit der schriftlichen Einwilligung der betreffenden Person möglich. Einwilligungsformulare sind im kostenlosen Testset enthalten, die sie in Ruhe zuhause durchlesen können.
 

Ist für den privaten Vaterschaftstest ein Zeuge bei der Probenentnahme erforderlich?

Ja, deutsche Laboren dürfen nur Proben analysieren, die unter Aufsicht eines objektiven Zeugen genommen wurden (Prüfung und Dokumentation der Identität der Testpersonen während der Probenentnahme). Diese Erfordernis entfällt auch bei einer privaten Vaterschaftsanalyse nicht. Die bj-diagnostik GmbH arbeitet bundesweit mit  Kooperationsärzten und anderen Zeugen zusammen, die für unsere Kunden die Probenahme durchführen.
 

Wer kann Zeuge während der Probenentnahme sein?

Die dokumentierte Probenentnahme kann im Labor der bj-diagnostik GmbH in Göttingen erfolgen. Als neutrale und unabhängige Zeugen kommen darüber hinaus ärztliche (und auch amtliche) Vertrauenspersonen in Frage, wie zum Beispiel Ihr Hausarzt, Kinderarzt, Hebammen, Apotheker, Mitarbeiter des Jugendamtes oder der Ausländerbehörde. Manche, jedoch nicht alle Gesundheitsämter bieten eine dokumentierte Probennahme an; einige beschränken diese Dienstleistung auf gerichtliche und behördliche Vaterschaftstests. Bitte beachten Sie, dass für den Zeugen Zusatzkosten anfallen können (bei Ärzten nach unserer Erfahrung in der Regel zwischen 20,00 € und 50,00 €).
 
Der Zeuge dokumentiert während der Probenentnahme die Identität der Testpersonen mittels des im Testset bereitgestellten „Identformulares“ und versendet die Proben inklusive Identformular an die bj-diagnostik. So werden Manipulationen ausgeschlossen. Der Versand darf nur durch den Zeugen, nicht die Testpersonen erfolgen. Nach der Entnahme bis zum Versand müssen die Proben beim Zeugen verbleiben!
 
Die dokumentierte Probenentnahme kann im Rahmen unseres VIP-Services auf Anfrage an einem Ort Ihrer Wahl in Deutschland durchgeführt werden.
 

Muss die Probenentnahme aller Testpersonen gemeinsam erfolgen?

Nein, die Testpersonen können mit dem Zeugen (bj-diagnostik, Arzt, etc.) separate Termine vereinbaren. Bitte geben Sie bei der Testsetbestellung an, wenn sie dazu mehrere Einwilligungs- und Identformulare benötigen bzw. laden Sie diese von unserer Webseite herunter. Alle Angaben dazu finden Sie im Testset.
 

Kann der Vaterschaftstest vor Gericht oder für eine Behörde verwendet werden?

Die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben (Einwilligung, lückenlose Beweiskette mittels dokumentierter Probenentnahme) stellt sicher, dass die Voraussetzungen für die gerichtliche und behördliche Verwendung grundsätzlich gegeben sind.  Sofern möglich, muss eine Probe der Mutter in die DNA-Analyse einbezogen werden. Als Zeuge bei der dokumentierten Probenentnahme empfehlen wir Ärzte oder Amtspersonen (zum Beispiel Mitarbeiter des Jugend- oder Gesundheitsamtes). Die Gerichte sind frei in der Wahl der zulässigen Beweismittel, so dass diese jeweils mit dem zuständigen Richter abgestimmt werden sollten.
 
Beauftragen Sie das Premium-Gutachten zur Vorlage bei Gerichten oder Behörden zu erhalten. Oder beauftragen Sie ein Basic-Gutachten, das sie später auf ein Premium-Gutachten upgraden können.
 

Ist für die gerichtliche Verwendung des Abstammungsgutachtens eine Blutentnahme erforderlich?

Aus rein wissenschaftlicher Sicht ist der Mundschleimhautabstrich vollständig ausreichend, da er einfach, schmerzfrei und ohne Risiko für die Testperson zu entnehmen ist. Er enthält mehr als ausreichend DNA zur Abstammungsanalyse. In seltenen Fällen ordnen Gerichte aus Unwissenheit oder unnötigerweise zum Ausschluss von Manipulationen Blutentnahmen an.
 

Dürfen gerichtlich angeordnete Vaterschaftsgutachten nur von rechtsmedizinischen Instituten ausgeführt werden?

Nein, Vaterschaftsgutachten von nach DIN EN ISO 17025 akkreditierten Laboren, unabhängig ob es sich dabei um rechtsmedizinische Institute oder privatwirtschaftliche Labore handelt, sind vor Gericht zulässig. Gutachten privater Labore sind in der Regel günstiger als die rechtsmedizinischer Institute. Die Gerichte sind frei in der Wahl der zulässigen Beweismittel, so dass diese jeweils mit dem zuständigen Richter abzustimmen sind.
 

Wie kann man ein zweites oder drittes Testergebnis erhalten, z.B. an die Adresse der Mutter?

Soll das Testergebnis von bj-diagnostik an zwei Adressen verschickt werden, sollte der Auftraggeber die zweite Adresse bereits auf dem Auftragsformular bei Beauftragung angeben. Auch wenn das Testergebnis abgeschlossen ist, kann noch ein Ergebnis, z.B. an die Adresse der Mutter, verschickt werden, sofern der Auftraggeber auf dem Einwilliungsformular die Weitergabe des Ergebnisses nicht ausgeschlossen hat. Eine mit der Beauftragung bestellte zweite Ausfertigung des Testergebnisses führt zu Zusatzkosten von 20 Euro; bei bereits archivierten Gutachten können höhere Kosten für Abschriften entstehen.
 
Das Bürgerliche Gesetzbuch (§1598a BGB) regelt, dass derjenige, der in eine Abstammungsuntersuchung einwilligt und eine Probe abgegeben hat, vom Klärungsberechtigten (also vom Auftraggeber der Analyse) Einsichtnahme in das Ergebnis oder eine Kopie des Ergebnisses verlangen kann.
 

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Unsere Hotline
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Vaterschaftstest: Akkreditiertes Qualitätslabor für Abstammungsanalysen - bj-diagnostik GmbH