Vaterschaftstest heimlich: Ohne Einwilligung der Mutter

Heimliche Vaterschaftstests sind DNA-Vaterschaftstests, die der Vater ohne Einverständnis oder Wissen der Mutter des minderjährigen Kindes machen lässt.

Vaterschaftstest heimlich

In Deutschland sind seit Inkrafttreten des Gendiagnostikgesetzes ("Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen", kurz GenDG) Vaterschaftstests ohne schriftliche und formgebundene Einwilligung aller vom Test betroffenen Personen verboten. Zu den betroffenen Personen zählt das Gesetz
  • Vater
  • Mutter
  • andere gesetzliche Vertreter des Kindes (oder von Vater und Mutter)

Bei gemeinsamen Sorgerecht sind die gesetzlichen Vertreter bzw. Sorgeberechtigten des minderjährigen Kindes in der Regel Vater und Mutter. Will ein Vater die Vaterschaft für sein Kind feststellen lassen, ist es also erforderlich, die Einwilligung der Mutter einzuholen, auch wenn der Test wissenschaftlich in den meisten Fällen ohne eine Probe der Mutter zuverlässig durchgeführt werden kann. Bei volljährigen Personen müssen nur diejenigen in einen Vaterschaftstest einwilligen, die eine Probe für die DNA-Analyse abgeben. Will also ein Vater mit seinem volljährigen Kind eine Abstammungsuntersuchung durchführen, reicht die Einwilligung von Vater und Kind. Die der Mutter ist nicht mehr erforderlich.

Daraus ergibt sich ebenfalls, dass andere Proben als Mundschleimhautproben nur in engen Grenzen und in Ausnahmefällen untersucht werden können (zum Beispiel, wenn der mögliche Vater oder das Kind verstorben ist). Hierzu gehören:
  • Schnuller
  • Haare
  • Zigarettenstummel, etc.

Deutsche Labore, die ohne den Nachweis der Einwilligung wie im GenDG festgelegt, einen Abstammungstest durchführen, können mit sehr hohen Geldbußen belegt werden. Für den deutschen Auftraggeber, der den heimlichen Test durchführen lässt, sieht das GenDG Bußgelder von bis zu 5.000 Euro vor. Grundlage für die Gesetzgebung ist das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Kindes, das durch beide Eltern vertreten wird (bei gemeinsamen Sorgerecht). Im Gegensatz dazu billigt die UN-Kinderrechtskonvention jedem Kind das Recht auf Wissen seiner genetischen Abstammung ausdrücklich zu.

Vaterschaftstest privat

Der heimliche Vaterschaftstest ist nicht mit dem privaten Vaterschaftstest gleichzusetzen. Der private Vaterschaftstest - ohne jegliche Begleitung durch ein Gericht oder das Jugendamt - ist in Deutschland explizit gesetzlich erlaubt und geregelt.
 
Grundlage ist
  • die Einwilligung von Vater und Mutter
  • die Probenahme bei einem sachkundigen, objektiven Zeugen wie dem DNA-Labor oder einem Arzt.

Daher sind privat veranlasste Vaterschaftstests auch gerichtlich anerkannt und werden von Jugendämtern als Vaterschaftsnachweis akzeptiert.

Der rechtliche Vater, das heißt derjenige, der die Vaterschaft für das Kind offiziell anerkannt hat, hat ein Recht auf Einwilligung in die Abstammungsuntersuchung durch die Mutter. Dieses ergibt sich aus dem 2008 in Kraft getretenen "Gesetz zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren". Willigt die Mutter nicht freiwillig ein, kann ihre Einwilligung durch das Familiengericht ersetz werden. Nur in Ausnahmefällen wird das Familiengericht zum Wohle des Kindes die Verweigerung der Einwilligung zulassen. Im Mittelpunkt der Entscheidung steht immer das Wohl des Kindes, nicht das der Mutter. Biologische Väter, die eine Vaterschaft nicht anerkannt haben oder diese aufgrund der fehlenden Zustimmung der Kindesmutter nicht anerkennen konnten, haben dieses Recht auf Einwilligung in den Vaterschaftstest durch die Mutter jedoch nicht.
 
Auch ein Vaterschaftstest zu Hause muss nicht zwangsläufig ein heimlicher Vaterschaftstest sein.

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